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13.01.2005

07:29 Uhr

Streit um Abfindungen bei Opel

Rüsselsheim hat die Nase vorn

VonCarsten Herz

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) wird schneller als erwartet entscheiden, an welchem Standort die neue Mittelklasse gefertigt wird. Zur Wahl stehen Rüsselsheim und das schwedische Saab-Werk in Trollhättan.

DETROIT. „Die internen Analysen werden bis Ende Januar fertiggestellt sein“, sagte Opel-Chef Hans Demant am Rande der Auto Show in Detroit. Spätestens Ende Februar sei das Rennen um die europäische Mittelklasse von GM dann von den Gremien entschieden. Bislang hatte es geheißen, GM werde sich bis zum Ende des ersten Quartals 2005 festlegen. Eine Vorentscheidung sei allerdings noch nicht gefallen, sagte der stellvertretende GM-Europachef Carl-Peter Forster. GM will alle Mittelklassefahrzeuge für den europäischen Markt ab 2008 an einem Standort bauen lassen.

Die Waagschale senkt sich dabei immer stärker Richtung Rüsselsheim: Experten bewerten die Favoritenrolle des Saab-Werks für die Produktion eines neuen Cadillac-Modells als weiteren Beleg dafür, dass die Deutschen bei der Mittelklasse die Nase vorn haben.

Das Opel-Stammwerk hatte im November Zugeständnisse bei Lohnkosten und Arbeitszeiten zugesagt, wenn es den Zuschlag erhält. „Wir werden in Rüsselsheim einen gewaltigen Sprung bei den Stückkosten machen, wenn wir den Zuschlag ans Opel-Stammwerk vergeben sollten“, sagte Forster. GM würde die Rüsselsheimer Zugeständnisse gern als Modell für die anderen westdeutschen Werke verwenden.

Der Opel-Betriebsrat ist zu Verhandlungen über einen Lohnverzicht sowie flexiblere Arbeitszeiten bereit. Zugeständnisse bei den Einkommen werde es aber nur gegen feste Zusagen von GM geben, stellte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Klaus Franz, klar. Derzeit verdienen die Opel-Beschäftigten bis zu 20 Prozent über Tarif.

Zuversichtlich äußerte sich Forster zu einer eventuellen Rückkehr von Opel in die gehobene Mittelklasse. Bei Opel werde intensiv an einem Konzept für ein neuartiges Topmodell gearbeitet, das nun jedoch stärker in Richtung sportlicher Geländewagen gehen werde. Das Unternehmen hatte zuvor den Plan begraben, ein solches Auto auf Basis der auf der IAA vorgestellten Studie Insignia zu bauen, da der Wagen nicht profitabel gewesen wäre.

Zudem zeichnet sich eine enge Kooperation mit der US-Marke Saturn von GM ab. So werde die nächste Generation des Opel Vectra viele Komponenten mit der Mittelklasse von Saturn teilen, sagte Forster. Der Roadster Saturn Sky komme voraussichtlich als Opel GT nach Europa. Der Wagen werde aber in den USA produziert.

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