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05.11.2013

17:15 Uhr

Streit um Bienensterben

BASF klagt gegen EU-Pestizid-Verbot

Der Chemiekonzern BASF wehrt sich gegen die Einschränkungen beim Einsatz von Pestiziden bei der Saatgut-Behandlung. Der Rückgang der Bienenvölker werde durch zahlreiche und komplexe Faktoren verursacht.

BASF akzeptiert die Einschränkungen durch die EU-Kommission beim Einsatz von Pestiziden nicht. Reuters

BASF akzeptiert die Einschränkungen durch die EU-Kommission beim Einsatz von Pestiziden nicht.

FrankfurtIm Streit um das Bienensterben wehrt sich nach den Konzernen Syngenta und Bayer nun auch der Chemieriese BASF gegen Pestizid-Verbote in der Europäischen Union. Das Ludwigshafener Unternehmen klagt gegen die Beschränkungen für den Einsatz seines Mittels Fipronil bei der Saatgut-Behandlung, wie BASF am Dienstag mitteilte. Der Rückgang der Bienenvölker werde durch zahlreiche und komplexe Faktoren verursacht.

Beschränkungen für den Einsatz des BASF-Mittels würden nicht zum Schutz der Bienen beitragen, begründete der Konzern den Schritt. Die Behörde habe bei ihrer Entscheidung nicht alle verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt.

Die EU-Kommission hatte den Einsatz des BASF-Insektizids im Sommer deutlich eingeschränkt und dabei auf Gefahren für Honigbienen verwiesen. Sie stützte ihre Entscheidung auf Studien der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA. Deren Forscher hatten vor dem Einsatz der Chemikalie etwa bei der Behandlung von Maissaatgut gewarnt. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND hatten schon lange ein Verbot bestimmter Pflanzenschutzmittel gefordert.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

In den vergangenen Jahren hatten Imker in Europa immer wieder über ungewöhnliche Fälle von Bienensterben berichtet. Unter anderem in Frankreich, Deutschland und Italien hatte das plötzliche Absterben großer Honigbienenvölker für Aufsehen gesorgt.

Bereits Ende April dieses Jahres hatte die EU-Kommission beschlossen, den Einsatz von Insektiziden der so genannten Neonicotinoid-Gruppe stark zu begrenzen. Betroffen sind davon das Pestizid Thiamethoxam von Syngenta sowie die Mittel Clothianidin und Imidacloprid von Bayer. Auch Deutschland hatte sich für ein Verbot ausgesprochen. Syngenta und Bayer hatten gegen die Entscheidung der Kommission im August geklagt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Alex

05.11.2013, 19:26 Uhr

Wetten die Lobby setzt sich wieder durch?

Dass Pestizide längst nicht so harmlos sind wie immer getan wird zeigt auch dieses Video: http://www.youtube.com/watch?v=aMn4hgeC2xk

Bittere Ernte - Der hohe Preis des billigen Kaffees(Doku)

"In den Giftdepots der Farmer finden sich Unmengen an verschiedenen Pflanzenschutzmitteln, auch hochtoxische Chemikalien, die in Europa längst verboten sind, wie das Pestizid Endosulfan. Dieses Nervengift steht im Verdacht, starke Fehlbildungen bei Babys im Mutterleib hervorzurufen, aber auch Krankheiten wie Krebs und Parkinson."


Wie man sieht wird z.B. der Arbeitsvertrag von Arbeiterinnen auf Kaffeebohnenplantagen meist nicht verlängert, sobald sie schwanger werden.

Aber was juckt das alles die Konzerne und die Verbraucher...

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