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05.07.2012

20:39 Uhr

Streit um finnisches AKW

125 Millionen für Siemens und Areva

Im Streit um den verzögerten Bau eines neuen Atomkraftwerks in Finnland haben die Baukonzerne Siemens und Areva einen Teilsieg errungen: Der Auftraggeber TVO muss den Energieversorgen 125 Millionen Euro zahlen.

Siemens und Areva bauen für TVO das Atomkraftwerk Olkiluoto in Finnland. dpa

Siemens und Areva bauen für TVO das Atomkraftwerk Olkiluoto in Finnland.

Frankfurt/ParisIm Streit um Verzögerungen beim Bau eines Atomkraftwerks in Finnland haben die Partner Siemens und Areva einen Etappensieg über ihren Auftraggeber TVO errungen. Ein internationales Schiedsgericht habe den finnischen Energieversorger zu einer Zahlung von 125 Millionen Euro an das deutsch-französische Lieferantenkonsortium verurteilt, teilte Areva am Donnerstag mit. Der Betrag umfasse vertragswidrig zurückgehaltene Zahlungen von 100 Millionen Euro und Zinsen. Darüber hinaus müsse TVO die Kosten des Rechtsstreits tragen.

Der Start des finnischen Atomreaktors Olkiluoto 3 wurde bereits mehrmals verschoben. Ursprünglich war geplant, den Betrieb 2009 aufzunehmen. TVO auf der einen Seite sowie Siemens und Areva auf der anderen Seite weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Das Projekt ist derzeit der einzige Neubau eines Atomkraftwerks in Europa.

Siemens verdient an dem Bau des Druckwasserreaktors praktisch nichts mehr und musste bereits dreistellige Millionenbeträge auf das Projekt abschreiben. Die französische Areva warf TVO vor, die Dokumentation zu langsam geprüft zu haben, bevor diese an die Atomaufsicht weitergereicht wurde. Zugleich hatte der Atomkonzern aber auch Konstruktionsprobleme eingeräumt.

Während Areva an der Atomenergietechnik festhält, hat sich Siemens im Zuge der Energiewende in Deutschland mittlerweile aus dem Atomgeschäft verabschiedet. Ein geplantes Bündnis mit dem russischen Rosatom-Konzern, das Siemens nach dem Ausstieg aus einem Gemeinschaftsunternehmen mit Areva eingehen wollte, wurde abgeblasen. Siemens-Chef Peter Löscher hatte bis zur Atomkatastrophe im japanischen Fukushima die Kernenergie als riesigen Zukunftsmarkt gesehen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Convoi

05.07.2012, 22:59 Uhr

Herr Sarkozy mochte den Deutschen nicht mehr Mitsprache bei AREVA einräumen. Daraufhin hatte Siemens wohl irgendwann mal die Schauze voll und hat ihre Anteile verkauft. Dies bedeutete, daß Siemens quasi keine Gewinne mehr mit der Kernkraft in Deutschland macht. Wenn Siemens schon keine Gewinne mehr mit Kernkraft in Deutschland macht, für was dann überhaupt noch Kernkraft in Deutschland ? (Mit Wind und neuen Stromnetzen macht man doch viel bessere Geschäfte). Vieleicht hatte dann Herr Löscher mal eine Unterredung mit Frau Merkel - wer weiß ? Fukushima kam dann jedenfall gerade recht und die Anti-Kernkraft Presse tut ja immer noch fast so, als wenn die 19.000 Todesopfer Opfer der Kernkraft wären und nicht des Tsunamis !!! Wenn irgend etwas (schlimmes) passiert und irgendjemand davon Vorteile hat, sollte immer die Frage erlaubt sein, ob es da nicht zusammenhänge gibt.

Account gelöscht!

05.07.2012, 23:51 Uhr

Selten so einen Schwachsinn gelesen. Kernenergie ist die Schlüsseltechnologie für künftige Energieversorgung, da nach Braunkohle der billigste Energieträger überhaupt. Der Schwachsinn mit Wind und Solarplatten hat dann ein jähes Ende, wenn die Bevölkerung die Schnauze voll hat, sich von der Wind- und Solarmaffia abzocken zu lassen. Leute wacht auf, lasst uns endlich eine Pro-Kernenergie-Bewegung gründen und die Kommunisten und Ökochaoten zum Teufel jagen!

Tom

06.07.2012, 10:08 Uhr

Lieber Andre,

das ("Kernenergie ist die Schlüsseltechnologie für künftige Energieversorgung, da nach Braunkohle der billigste Energieträger überhaupt.") ist ebenfalls Unfug.
Hast Du vielleicht die Kosten für die jahrhundertelange Lagerung der abgebrannten Brennelemente, radioaktiv belasteten Kraftwerksteile nach Ende der Nutzungsdauer und für die Beseitigung der Unfallfolgen (Harrisburg nur 1 Mrd Eur, Fukushima bisher 20 Mrd., Tschernobyl 160 Mrd.) vergessen ?

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