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11.10.2013

14:43 Uhr

Streit um Gaspedale

US-Gericht sieht keine Unfall-Schuld bei Toyota

Toyota muss nicht für einen tödlichen Unfall von vor vier in den USA Jahren geradestehen. Aber die Nachwehen der verheerenden Massen-Rückrufe sind nicht vorbei. Schon im November geht der nächste Prozess vor Gericht.

Vor vier Jahren war Toyota wegen angeblich klemmender Gaspedale und verrutschender Fußmatten, die die Bremse hätten blockieren können, in die Schlagzeilen geraten. Reuters

Vor vier Jahren war Toyota wegen angeblich klemmender Gaspedale und verrutschender Fußmatten, die die Bremse hätten blockieren können, in die Schlagzeilen geraten.

Los AngelesRund vier Jahre nach dem spektakulären Massen-Rückruf von Millionen Toyotas hat ein US-Gericht den japanischen Autobauer entlastet. Der Hersteller sei nicht verantwortlich für einen Unfall aus dem Jahr 2009, bei dem eine Frau ums Leben gekommen war, entschieden die Richter am Donnerstag (Ortszeit) in Los Angeles. Der Toyota der 66-Jährigen hatte nach einem ersten Zusammenstoß mit einem anderen Wagen unkontrolliert beschleunigt und war gegen einen Baum gerast.

In dieser Zeit war Toyota wegen angeblich klemmender Gaspedale und verrutschender Fußmatten, die die Bremse hätten blockieren können, in die Schlagzeilen geraten. In der Folge hatten der Konzern weltweit mehr als acht Millionen Fahrzeuge zurückgerufen.

Zwar stellte sich später heraus, dass die Unfälle laut Gutachten durch Fahrfehler ausgelöst worden waren. Trotzdem war Toyotas Image als Hersteller besonders zuverlässiger Autos schwer beschädigt. Konzernchef Akio Toyoda war bei einer Anhörung vor dem US-Kongress scharf angegriffen worden. Die Japaner sollten am Tod vieler Menschen Schuld sein, weil sie technische Fehler verschwiegen hätten, lautete der - inzwischen entkräftete - Vorwurf.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Auch das Gericht in Los Angeles fand nun keine Beweise, dass ein technischer Defekt für die tödliche Kollision aus dem Jahr 2009 verantwortlich sein könnte. Der Ehemann und der Sohn des Opfers hatten dem Hersteller vorgeworfen, dass ein fehlender Bremsassistent den Unfall begünstigt hatte. Stattdessen verurteilten die Richter den Fahrer des anderen beteiligten Wagens zu 10 Millionen US-Dollar (7,4 Millionen Euro) Schadenersatz. Das Auto der 66-Jährigen, ein Toyota Camry von 2006, war von den Rückrufen allerdings nicht betroffen gewesen.

Das Verfahren galt als Pilotprozess für rund 85 andere Schadenersatzklagen, die in Kalifornien gegen Toyota anhängig sind. Im November steht ein weiterer wichtiger Prozess im kalifornischen Santa Ana an. Die Japaner hatten sich in einem weiteren Verfahren Ende 2012 zu einem 1,1 Milliarden Dollar schweren Vergleich durchgerungen. Damit sollten Toyota-Besitzer aus einer Sammelklage für den Wertverfall ihrer Autos nach dem Rückruf entschädigt werden. Der Konzern hatte damals betont, dass die Zahlung kein Schuldeingeständnis sei.

Von

dpa

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