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02.08.2013

13:17 Uhr

Streit um Kältemittel

Daimler klagt in Frankreich gegen Zulassungsstopp

Der Streit um das neue EU-Kältemittel geht in die nächst Runde. Der deutsche Autokonzern Daimler will sich nun juristisch gegen den Zulassungsstopp einiger Mercedes-Modelle in Frankreich wehren.

Die A-Klasse von Mercedes-Benz wird in Frankreich derzeit nicht zugelassen. Grund: Daimler verwendet noch ein altes Klimaschutzmittel. Der Konzern will nun Klage einreichen. dpa

Die A-Klasse von Mercedes-Benz wird in Frankreich derzeit nicht zugelassen. Grund: Daimler verwendet noch ein altes Klimaschutzmittel. Der Konzern will nun Klage einreichen.

Brüssel/StuttgartDer Autobauer Daimler will den wochenlangen Zulassungsstopp für einige Baureihen von Mercedes-Benz in Frankreich beenden und deshalb vor dem obersten Verwaltungsgericht Klage einreichen. „Da sich die Wettbewerbsverzerrung im französischen Markt dadurch zunehmend verschärft, wird Daimler heute beim französischen Conseil d'Etat einen Antrag auf Einstweilige Verfügung einreichen“, teilte ein Daimler-Sprecher am Freitag in Stuttgart mit. Damit bestätigte er einen Bericht der französischen Wirtschaftszeitung „Les Echos“. Mit der Anrufung des Staatsrats, der dem Bundesverwaltungsgericht vergleichbar ist, solle „eine möglichst rasche Zulassung“ der betroffenen Fahrzeuge erwirkt werden, so Daimler.

Unterdessen hat Frankreich die EU-Kommission offiziell über ein geplantes Verkaufsverbot für eine Reihe neuer Mercedes-Autos informiert. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte am Freitag in Brüssel, die Regierung in Paris begründe das Verkaufsverbot damit, dass das in den Klimaanlagen verwendete Kältemittel nicht den EU-Vorschriften entspreche. Die deutsche Typzulassung für die A-, B- und CLA-Klasse werde daher nicht mehr anerkannt, die Autos dürften in Frankreich nicht verkauft und nicht zugelassen werden.

Die französischen Behörden weigern sich bereits seit einigen Wochen, Neuwagen der Mercedes-Baureihen A- und B-Klasse sowie CLA und SL zuzulassen. Um entgegen den einschlägigen EU-Regeln weiterhin das übliche, aber klimaschädliche Kältemittel R134a in die Klimaanlagen einfüllen zu können, besorgten sich die Stuttgarter nachträglich eine Genehmigung vom Kraftfahrtbundesamt.

Diese europaweit gültige Zulassung erkennt Frankreich aber nicht an und blockiert daher die Anmeldung der Mercedes-Modelle. Bisher konnten mindestens gut 4500 Neuwagen deswegen von den Käufern nicht zugelassen werden. Mercedes verkaufte im Juli in Frankreich knapp sieben Prozent weniger Neuwagen, der Marktanteil gab nach. Konkurrent BMW lieferte hingegen im vergangenen Monat knapp neun Prozent mehr Neuwagen an französische Kunden aus.

Kommentare (3)

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Vivelafrogue

02.08.2013, 13:44 Uhr

Unsere Völkerfreunde wissen sich halt anders nicht mehr zu helfen als mit ein bisschen Wirtschaftsagression. Umso mehr Vergnügen kann es uns doch bereiten den Niedergang der Grande Nation zu beobachten.

Ich habe mich in Frankreich jedenfalls schon immer höchstens geduldet gefühlt - als Ertrags- und Umsatzbringer. Als Deutscher jedenfalls ist man in Frankreich selbst nach fast 70 Jahren nicht gern gesehen.

Und überhaupt: Franzosen in unseren Premiumprodukten - das passt doch überhaupt nicht :o)))

Account gelöscht!

02.08.2013, 14:39 Uhr

Schön ruhig bleiben: Mag ja sein, dass La France sich noch für die Grande Nation hält, da hab' ich auch so meine eigenen Erfahrungen.
Aber offenbar hält sich auch Daimler immer noch für den weltbesten und weltwichtigsten Luxus-Pkw Hersteller, der mit den EU-Behörden mit der Arroganz und Hochnäsigkeit umgehen kann, die es noch vor einigen Jahren gegenüber den Kunden, die vielleicht sogar noch die Frechheit hatten, einen älteren PKW in Zahlung geben zu wollen, an den Tag legte. Inzwischen musste Daimler ja die Nase etwas runternehmen, nachdem es von anderen Herstellern in die Schranken verwiesen worden ist, aber Reste der Arroganz sind offenbar noch reichlich vorhanden.

Treudoof

03.08.2013, 04:02 Uhr

Diese Drecks Kältemittel, statt saubere High Tech diese Billig Chemikalien. Gut das Frankreich da rauf haut, so kommt vielleicht mal ne saubere Technologie zum Einsatz.
Hierzulande würde man ja nicht mal Tschernobyl zumachen, es könnte ja Arbeitsplätze kosten. Errichten wir Altenheime.

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