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27.11.2011

09:18 Uhr

Streit um Konzern-Aufspaltung

Bittere Zeiten für Pepsi

VonThomas Jahn

Fallende Marktanteile, konfuses Marketing, verfehlte Ziele: die Chefin von Pepsico, Indra Nooyi, steht in der Kritik. Aktionäre und Verwaltungsräte fordern weitreichende Veränderungen.

Investoren halten die Pepsoco-Chefin Indra Nooyi für „dickköpfig“. ap

Investoren halten die Pepsoco-Chefin Indra Nooyi für „dickköpfig“.

New YorkMusik spielt eine große Rolle im Leben von Indra Nooyi. Die Pepsico-Chefin läuft manchmal singend durch die Büroflure im Konzernsitz des Getränke- und Snackunternehmens in der Nähe von New York. Für eine interne Konferenz heuerte sie eine Karaoke-Band an, zu deren Musik die Spitzenmanager Liedchen trällerten – um den Teamgeist zu fördern. Musik liegt der 56-Jährigen im Blut: Schon als Teenager spielte sie in Chennai, ihrer Geburtsstadt in Indien, in einer Mädchen-Rockband.

Doch seit einiger Zeit häufen sich die Misstöne: Gleich zweimal musste Nooyi in diesem Jahr Gewinnvorgaben für Pepsi heruntersetzen. Bereits vergangenes Jahr rutschte das Flaggschiff Pepsi-Cola beim Verkaufsvolumen im wichtigen US-Erfrischungsgetränkemarkt hinter Diet-Coke auf Platz drei. Eine Markenerneuerung des Orangensafts Tropicana floppte – und musste verändert werden.

Coca-Cola vs. Pepsico

Pepsis Konzernstruktur

Im dritten Quartal 2011 erwirtschaftete Pepsi 17,6 Mrd. Dollar Umsatz. Davon entfallen in Nord- und Südamerika 5,63 Mrd. Dollar auf das Snackgeschäft und 5,95 Mrd. Dollar auf die Getränkesparte. 3,91 Mrd. Dollar Umsatz machte der Cola-Konkurrent in Europa, 2,10 Mrd. Dollar in Asien/Pazifik.

Pepsis Rentabilität

Das Nettoergebnis lag bei 2 Mrd. Dollar bei 17,6 Mrd. Dollar Umsatz. Damit erzielte der Konzern im dritten Quartal eine Rendite von 11,3 Prozent.

Coca-Colas Rentabilität

Gegen Coca-Cola hat Pepsi das Nachsehen. Der Umsatz war mit 12,3 Mrd. Dollar im dritten Quartal zwar geringer als bei Pepsi - das Nettoergebnis fiel allerdings mit 2,2 Mrd. Dollar höher aus. Die Rendite lag bei 18,1 Prozent.

Pepsis Wertentwicklung

Die relative Wertentwicklung von Pepsi an den Börse spricht Bände. Sie konnte nach der Krise zwar schnell wieder auf einen positiven Wert klettern, entwickelte sich aber deutlich schwächer als die von Coca-Cola.

Coca-Colas Wertentwicklung

Coca-Cola ist bei den Investoren beliebter als Pepsi. Der Aktienkurs entwickelte sich in den vergangenen Jahren deutlich besser als der von Pepsi. Zuletzt lag die Wertentwicklung gar bei 160 Prozent, bei Pepsi nur bei knapp über 100 Prozent.

Die Pepsi-Aktie notiert zum selben Kurs wie zu Nooyis Amtsübernahme 2006, in der gleichen Zeit legte Coca-Cola um fast 60 Prozent zu. Anleger begehren nun auf und fordern eine Aufspaltung des Unternehmens in eine Getränke- und eine Lebensmittelsparte. Dagegen wehrt sich Nooyi mit Händen und Füßen. „Ich glaube fest daran, dass der Wert von Pepsico als ein einziges Unternehmen am besten gesteigert werden kann“, sagte Nooyi vor wenigen Wochen bei der Verkündigung der Quartalsergebnisse.

Einige Mitglieder des Verwaltungsrats sehen dies anders. Laut Presseberichten sind sie beunruhigt über die schlechte Aktienperformance und den Abgang von Eric Foss. Der Chef der Getränkesparte von Pepsi räumt am 9. Dezember seinen Schreibtisch. Nicht wenige sahen in ihm einen möglichen Nachfolger von Nooyi. Laut Ali Dibadj vom Analysehaus Sanford Bernstein ist nur die Hälfte der Pepsi-Aktionäre mit der Arbeit des Managements zufrieden, während der Wert bei Coca-Cola bei 80 Prozent liegt. In seiner Studie zitiert Dibadj zahlreiche frustrierte Investoren: Das Spitzenmanagement sei „schwach“, „dickköpfig“ und „hochgejubelt“.

Kommentare (1)

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Micha

27.11.2011, 13:55 Uhr

http://www.youtube.com/watch?v=kOCPyheVesM

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