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18.04.2012

20:30 Uhr

Streit um Repsol-Tochter

Spanien will sich bei der WTO beschweren

Die Beziehungen zwischen Argentinien und Spanien sind mehr als angespannt. Die angestrebte Verstaatlichung der Repsol-Tochter YPF will man in Madrid unbedingt verhindern - und kündigt wirtschaftliche Vergeltung an.

Ein Angestellter von Repsol in einer Ölraffinerie in Spanien. Reuters

Ein Angestellter von Repsol in einer Ölraffinerie in Spanien.

MadridSpanien will in dem eskalierenden Streit über die Verstaatlichung der Repsol-Tochter in Argentinien offenbar die Welthandelsorganisation (WTO) einschalten. Die erboste Regierung werde die Europäische Union darum bitten, eine Beschwerde bei der WTO gegen Argentinien einzulegen, verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen. Weitere Details waren zunächst nicht zu erhalten.

Spanien hatte bereits am Dienstag wirtschaftliche Vergeltung angekündigt. Madrid drohte wegen der „Feindseligkeit“ gegenüber dem spanischen Ölmulti Konsequenzen auf diplomatischer Ebene sowie im Bereich Industrie und Energie an. Die EU-Außenminister wollen bei ihrem Treffen am Montag darüber beraten, wie sie mit dem Streit zwischen Spanien und Argentinien umgehen.

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner hatte am Montagabend die Verstaatlichung der Repsol-Tochter YPF angekündigt und diese mit der Bedeutung für die Energieversorgung begründet. Branchenexperten zufolge handelt es sich um die größte Verstaatlichung im Energiesektor, seit Russland vor rund zehn Jahren den Ölkonzern Yukos des damaligen Oligarchen Michail Chodorkowski unter die Kontrolle des Kreml brachte. Repsol gehören 57 Prozent an YPF. Den Wert der Tochter beziffert Repsol auf 18 Milliarden Dollar und fordert auch eine entsprechende Entschädigung. Der Marktwert von YPF beläuft sich derzeit auf gut zehn Milliarden Dollar.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

18.04.2012, 23:09 Uhr

Argentinien treibt es ganz schön wild. Das mit den unternehmensbezogenen Außenhandelsbilanzen ist ja witzig, kombiniert mit durchgeknallten Verwaltungsaufwand ist es schon Selbstmord. Und jetzt Verstaatlichung. Diese Soap-Opera-Präsidentin macht auch jeden Quatsch der Wählerstimmen bringt.

MIB

19.04.2012, 06:56 Uhr

Da Argentinien nun alles richtig macht, dürfte dem Land die Zukunft in Südamerika gehören.

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