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13.01.2006

08:02 Uhr

Streit um Standort

Betriebsrat will Conti lahm legen

VonJosef Hofmann

Der Streit beim Automobilzulieferer Continental über die Verlagerung von Produktion ins Ausland eskaliert. Maßnahmen der Arbeitnehmervertreter könnten dem zuletzt erfolgreichen Unternehmen, das auch im vergangenen Jahr wieder ein Rekordergebnis eingefahren hat, einen Schaden von „mehreren Millionen Euro“ zufügen, droht der Chef des Konzernbetriebsrats, Bruno Hickert.

Continental-Chef Manfred Wennemer. Quelle: dpa

Continental-Chef Manfred Wennemer.

HB FRANKFURT. Künftig sollen „sämtliche Bestimmungen des Betriebsverfassungsgesetzes und andere relevante rechtliche Bestimmungen penibel genau“ ausgelegt werden. Damit wäre ein normaler Geschäftsbetrieb bei Conti in Teilbereichen kaum noch möglich. Ein Conti-Sprecher lehnte einen Kommentar mit Hinweis auf die „Sensibilität der Verhandlungen“ ab.

Die Arbeitnehmer wollen Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer bewegen, „ein Bekenntnis zum Standort Deutschland abzugeben und sich öffentlich für falsche Beschuldigungen zu entschuldigen“, sagte Peter Wind, Landeschef der Gewerkschaft IG BCE in Niedersachsen. Der stellvertretende Konzernbetriebsratsvorsitzende Erwin Wörle forderte sogar den Rücktritt des obersten Chefs: „Die Mannschaft steht nicht mehr hinter ihm.“

Die Wellen schlagen hoch, nachdem „Die Welt“ mitten in den Verhandlungen über die Verlagerung von 300 Arbeitsplätzen am Standort Hannover ein Interview veröffentlicht hat, in dem Wennemer sagte: „International interessiert das Thema Stöcken niemanden. Das Thema ist politisch aufgebauscht.“ Und an anderer Stelle: „Das ist eine gewerkschaftlich geschürte Angst und künstlich erzeugte Unsicherheit.“

Der Konflikt beunruhigt zusehends auch die Finanzszene. Einige deutsche Fondsvertreter haben bereits hinter vorgehaltener Hand Kritik am Vorgehen des Managements geäußert, eine erst Monate zuvor geschlossene Betriebsvereinbarung zu kündigen, um in einem Unternehmen von 80 000 Beschäftigten 300 Stellen abzubauen: „Das geht auch eleganter“, hieß es.

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