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18.01.2005

20:40 Uhr

Streit um stillgelegtes Reifenwerk

Continental einigt sich mit mexikanischen Gewerkschaften

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continentalhat einen über drei Jahre währenden Konflikt mit Beschäftigten eines stillgelegten Werks in Mexiko beigelegt.

HB HANNOVER/GUADALAJARA. Conti habe sich mit den Gewerkschaften auf eine außergerichtliche Einigung verständigt, sagte ein Sprecher am Dienstag in Hannover. Das Werk der Conti-Tochter Euzkadi in El Salto bei Guadalajara, rund 600 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt, werde zu einer Hälfte von den Arbeitern, zur anderen von dem mexikanischen Unternehmen Llanti Systems übernommen. Conti sei aus dem Werk „raus“. Conti hatte das Werk 2001 geschlossen, dagegen hatte es massiven Protest gegeben.

Die derzeit noch 600 Arbeiter des Werks hatten sich mexikanischen Presseberichten zufolge in einer Versammlung bereit erklärt, auf ihre aufgelaufenen Löhne zu verzichten. Die vereinbarten Abfindungen werden bei der staatlichen Schlichtungsstelle hinterlegt. Mexikos Staatspräsident Vicente Fox und Arbeitsminister Carlos Abascal lobten das Modell. „Dies ist eine ausgezeichnete Alternative, um Arbeitsplätze zu schaffen und den Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit zu überwinden“, sagte Abascal.

Der Conti-Sprecher sprach von einer Lösung, mit der beide Seiten leben könnten. Zum Verkaufspreis an das Gemeinschaftsunternehmen von Arbeitern sowie Llanti Systems machte er keine Angaben.

Continental hatte im Dezember 2001 im Rahmen seines damaligen Sparprogramms nach mehreren Werken in Europa auch die Reifenfabrik in El Salto bei Guadalajara mit damals mehr als 1100 Arbeitsplätzen geschlossen. Als Grund hatte Conti gescheiterte Gespräche mit der Gewerkschaft über eine verbesserte Produktivität genannt. El Salto sei das unproduktivste Werk des Konzerns.

Die Belegschaft des mexikanischen Reifenwerks sowie Gewerkschaften allerdings hatten die Schließung als illegal angesehen. Das Werk sei ohne die nötige Genehmigung zuständiger Behörden geschlossen worden. Damit habe der Konzern gegen mexikanisches Arbeitsrecht verstoßen. Die Gewerkschaften riefen zum Streik auf und forderten Verhandlungen über eine Wiedereröffnung. Eine solche hatte Conti aber stets ausgeschlossen. Menschenrechtsorganisationen auch in Deutschland hatten sich auf die Seite der mexikanischen Arbeiter gestellt.

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