Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2006

17:00 Uhr

Streit um Umweltsparte

Suez und GDF streiten über Fusion

VonHolger Alicht

Noch bevor die geplante Fusion der französischen Versorger Suez und Gaz de France (GDF) unter Dach und Fach ist, zeichnet sich ein Streit im Management der beiden Unternehmen über die strategische Bedeutung der Wasser- und Umweltsparte ab.

PARIS. Während GDF-Chef Jean-François Cirelli im Gespräch mit dem Handelsblatt die Wichtigkeit der Sparte relativiert hat, ist sie nach Ansicht von Suez-Chef Gerard Mestrallet integraler Bestandteil der Gruppe. „Man darf die Synergien zwischen dem Wasser- und dem Energiegeschäft nicht überschätzen“, sagte GDF-Chef Cirelli. Das Geschäft trage nur 15 Prozent zum Umsatz des neuen Ensembles bei.

Suez-Chef Gerard Mestrallet dagegen argumentiert, dass Suez mit Hilfe der Wassersparte Industrieunternehmen als Kunden für die Stromversorgung gewinnen konnte. „Dank der Kundenkontakte unserer Tochter Lyonnais des eaux haben wir unseren Marktanteil in Frankreich im Stromgeschäft schnell ausbauen können“, bestätigt ein Suez-Sprecher. Darüber hinaus würden Unternehmen wie Airbus die komplette Angebotspalette von Suez nachfragen, sprich Energie, Wasser und Müllentsorgung. Den Kunden auch Umweltdienste anbieten zu können, sei ein Wettbewerbsvorteil gegenüber reinen Energiekonzernen.

Suez erzielt 27 Prozent des Umsatzes von 41,5 Mrd. Euro mit Umweltdienstleistungen. Die wichtigste Konzernsparte bildet das Energiegeschäft mit dem belgischen Marktführer Electrabel. Gaz de France (22,4 Mrd. Umsatz) ist auf Einkauf, Transport und Vertrieb von Gas konzentriert. Die Fusion beider Konzerne hat eine Debatte über den Verbleib der Umweltsparte entfacht.

Politisch schlagen die Wellen hoch, da die italienische Regierung die geplante Fusion als eine protektionistische Maßnahme kritisiert. Denn der italienische Versorger Enel hatte im Februar öffentlich sein Interesse für Suez erklärt. Ende Februar kündigte Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin überraschend an, dass die staatliche GDF mit Suez fusionieren wird. Um die Fusion per Aktientausch zu ermöglichen, will die Regierung GDF privatisieren. Derzeit hält der Staat 80 Prozent an dem Versorger.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×