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19.04.2015

09:24 Uhr

Streit um Winterkorn bei VW

Droht Ferdinand Piëch jetzt die Palastrevolte?

Die große Mehrheit des Aufsichtsratspräsidiums bei VW hat sich hinter Vorstandschef Winterkorn gestellt. Dem Konzernpatriarchen Piëch droht die Isolation. So mancher Aufsichtsrat spricht angeblich schon von Entmachtung.

Ferdinand Piëch ist (rechts) mit seiner Attacke gegen Martin Winterkorn erfolglos geblieben. AFP

Zwei Rivalen bei Volkswagen

Ferdinand Piëch ist (rechts) mit seiner Attacke gegen Martin Winterkorn erfolglos geblieben.

DüsseldorfVolkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch muss der „Bild am Sonntag“ zufolge nach dem verlorenen Machtkampf gegen den Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn nun selbst um sein Amt fürchten. „Die Mehrheit ist gegen Piëch“, zitiert die Zeitung einen Aufsichtsrat. Außer den zehn Arbeitnehmervertretern wollten auch die jeweils beiden Aufsichtsräte Niedersachsens und der Porsche-Familie den Patriarchen abwählen. Das seien 14 der insgesamt 20 Aufsichtsräte. „Man muss nach der Sitzung vom Donnerstag die Geschäftsfähigkeit des Vorsitzenden infrage stellen“, zitierte das Blatt ein Mitglied des Gremiums. Volkswagen, die Porsche SE in Stuttgart und Piëchs Büro in Salzburg wollten sich nicht dazu äußern. Winterkorn verzichtet am Sonntag auf einen wichtigen Auftritt auf der Automesse in Schanghai. VW begründete den Verzicht mit einer Erkrankung.

Im Machtkampf mit Winterkorn hatte Piëch zuvor eine herbe Niederlage einstecken müssen. Winterkorn, dem Piëch das Vertrauen entzogen hatte, bleibt an der Spitze von Europas größtem Autobauer. Sein Vertrag soll sogar noch verlängert werden. Dafür hatten sich bei einer Krisensitzung in Salzburg nach Reuters-Informationen fünf von sechs Mitgliedern im Präsidium des Aufsichtsrats ausgesprochen und damit gegen Piëch gestellt.

Ein Putsch gegen Piëch wäre eine Revolution. Der 78-Jährige galt bislang als uneingeschränkter Herrscher bei Europas größtem Autobauer, der seine Widersacher stets aus dem Weg räumte. Doch diesmal könnte er zu weit gegangen sein. Denn Winterkorn setzte sich zur Wehr und mobilisierte seine Truppen, nachdem Piëch ihn öffentlich angegriffen hatte.

Auch die bei VW mächtigen Betriebsräte stehen hinter Winterkorn. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück bekannte sich zu VW-Boss Winterkorn: „Er ist ein Glücksfall für den Konzern und ein Garant dafür, dass die Arbeitsplätze sicher sind und die Gewinne weiterhin sprudeln“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

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