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02.05.2011

10:30 Uhr

Streitkräfte modernisieren

Brasilien will mächtig aufrüsten

VonAlexander Busch

Wachstumspotential in Brasilien: Das südamerikanische Land will seine Streitkräfte modernisieren - und selbst wieder ein großer Exporteur von Rüstung werden. Welche Waffen am Zuckerhut begehrt sind.

Schatten eines Mannes mit Waffe in der Hand. Quelle: dpa

Schatten eines Mannes mit Waffe in der Hand.

Sao Paulo

Brasilien rückt immer mehr in den Blickpunkt der weltweiten Rüstungsbranche: Das größte Land Südamerikas investiert massiv in die Ausrüstung und Modernisierung seiner Streitkräfte. Nach Angaben des schwedischen Rüstungsforschungsinstituts Sipri stiegen im vergangenen Jahr in Südamerika die Ausgaben für Rüstung weltweit am schnellsten. Und rund 80 Prozent des Geschäfts entfällt auf Brasilien.

Das neue Interesse der internationalen Rüstungsfirmen an Brasilien zeigte sich bei der Verteidigungs- und Sicherheitsmesse "Laad 2011" in Rio de Janeiro, die vor kurzem stattfand. Die Zahl der Aussteller hat sich gegenüber 2009 verdoppelt - drei Viertel von ihnen stammen aus dem Ausland.

Aber Brasilien will nicht nur Aufträge an ausländische Konzerne vergeben: Brasilianische Unternehmen sollen zunehmend an der Ausrüstung der eigenen Streitkräfte beteiligt sein - und schon bald auch federführend Projekte leiten.

Denn das südamerikanische Land soll gemäß der nationalen Verteidigungsstrategie wieder ein großer weltweiter Rüstungslieferant werden, wie schon einmal vor 30 Jahren.

Zwar kürzte die neue Regierung unter Dilma Rousseff den Rüstungsetat. So stoppte sie den bereits vergebenen Auftrag an die französische Dassault für 36 Kampfflugzeuge des Typs Rafale im Wert von zehn Milliarden Euro. Auch strich sie einen Auftrag für zwölf russische Hubschrauber.

Aber die Regierung verschonte die laufenden Entwicklungsprojekte. "Wir sparen beim Einkauf von Technologie, nicht bei der Entwicklung", sagte Verteidigungsminister Nelson Jobim dem Handelsblatt. "Oberste Priorität hat für uns der Aufbau einer eigenen Industrie."

Davon wollen vor allem zwei Konzerne profitieren, die mächtig in das Rüstungsgeschäft investieren. Dazu gehört der Bau-, Chemie- und Biotreibstoffkonzern Odebrecht, der bereits Firmen übernommen hat und weiter zukaufen will. "Es gibt noch einige interessante Unternehmen mit strategischer Technologie in Brasilien", sagt Roberto Simões, Chef von Odebrecht Defense and Technology. Außerdem investiert der Flugzeugkonzern Embraer kräftig ins Geschäft für Militärtechnik (siehe Second Reading).

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