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20.11.2015

15:07 Uhr

Stromanbieter

Strom wird 2016 wieder teurer

Mehr als hundert Energieversorger erhöhen im kommenden Jahr die Strompreise. Im Jahr 2015 waren die Preise noch zurückgegangen. Grund sind vor allem gestiegene Umlagen und staatliche Abgaben.

Bislang haben 103 Versorger Preiserhöhungen von durchschnittlich rund 2,8 Prozent angekündigt. dpa

Strompreis steigt

Bislang haben 103 Versorger Preiserhöhungen von durchschnittlich rund 2,8 Prozent angekündigt.

DüsseldorfNach leichten Preisrückgängen beim Strom im Jahr 2015 müssen viele Verbraucher im neuen Jahr wieder mehr bezahlen. Bislang hätten 103 Versorger Preiserhöhungen von durchschnittlich rund 2,8 Prozent angekündigt, teilte das Preisvergleichsportal Verivox am Freitag mit. Freitag war der Stichtag für die Benachrichtigung der Kunden über Preiserhöhungen zum Jahresbeginn. Sie müssen sechs Wochen vor Inkrafttreten des neuen Tarifs informiert werden.

Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeutet die Erhöhung eine jährliche Mehrbelastung von durchschnittlich 32 Euro. Preissenkungen planen nur 35 Versorger im Schnitt um 2,3 Prozent Mancherorts könne der Strompreis auch um bis zu 7,5 Prozent steigen.

Wie spare ich Geld bei einem neuen Stromanbieter?

Wie finde ich den günstigsten Anbieter?

Kostenlose Preisvergleiche finden sich im Internet. Angeboten werden sie von Vergleichsportalen wie verivox.de, check24.de und toptarif.de. Zur Berechnung einer Liste mit den günstigsten Tarifen genügen der Jahresverbrauch in Kilowattstunden, abzulesen auf der jüngsten Stromrechnung, und die Postleitzahl.

Auf welche Kriterien kommt es an?

Wichtige Kriterien für faire Stromtarife sind eine monatliche Zahlungsweise, eine kurze Kündigungsfrist, eine kurze Anschlusslaufzeit und eine Preisgarantie, die mindestens so lang ist wie die Vertragslaufzeit. Wer Ökostrom möchte, sollte auf Siegel wie Ok-Power oder Grüner Strom achten. Der Vergleichsrechner listet die verschiedenen Angebote vom billigsten bis zum teuersten Anbieter auf. Abzuraten ist von Vorkasse sowie von Pakettarifen, bei denen bei geringerem Verbrauch kein Geld zurückerstattet wird. Auch eine kurze Preisgarantie und lange Kündigungsfristen sind problematisch. Voreinstellungen in den Vergleichsportalen sollten entsprechend angepasst werden.

Worauf muss ich noch achten?

Wegklicken sollten Verbraucher die Voreinstellung "Boni berücksichtigen". Denn indem die oft hohen Neukundenboni vom Gesamtpreis abgezogen werden, landen deren Anbieter auf den günstigsten Plätzen der Preislisten. Allerdings werden die Boni oft gar nicht ausgezahlt, weswegen es immer wieder zum Streit zwischen Versorgern und Verbrauchern kommt.

Wie lange dauert der Anbieterwechsel?

Wer von seinem Anbieter ein Schreiben über eine Preiserhöhung erhält, hat ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigung muss möglichst bald nach Erhalt der Information erfolgen. Es darf maximal drei Wochen dauern, bis der neue Anbieter Strom liefert. Die Frist beginnt, wenn der neue Lieferant den Wechsel des Kunden beim Netzbetreiber anmeldet. Die Versorgung kann dann an jedem beliebigen Werktag beginnen.

Wie wechsle ich am bequemsten?

Am einfachsten ist es, dem neuen Anbieter eine Vollmacht zu erteilen. Dieser erledigt meist die Kündigung beim alten Stromversorger und alle Formalitäten. Bei Kündigung wegen Preiserhöhung gilt der alte Tarif, bis der Wechsel perfekt ist.

Wie lange sollte ich mich an den neuen Anbieter binden?

Je kürzer, desto besser. Da die Strompreise stets in Bewegung sind, empfehlen Verbraucherschützer eine Vertragslaufzeit von höchstens einem Jahr. Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen.

Was passiert beim Wechsel konkret?

Der Strom kommt auch nach dem Anbieterwechsel vom örtlichen Versorger, die Zähler bleiben die alten. Der neue Anbieter stellt den Strom in das allgemeine Netz ein und zahlt dem lokalen Versorger eine Gebühr für den Transport bis in den Haushalt. Die Gefahr, ohne Strom dazustehen, gibt es auch bei einer Pleite des neuen Versorgers nicht: Der lokale Versorger ist gesetzlich verpflichtet, alle Haushalte zu versorgen - auch wenn sie nicht mehr Vertragspartner sind. Bei Problemen können sich Verbraucher an die Schlichtungsstelle wenden: schlichtungsstelle-energie.de.

Grund sind vor allem gestiegene Umlagen und staatliche Abgaben. „Nach der kurzen Verschnaufpause 2015 mit einem Rückgang um zwei Prozent läuten einige Versorger jetzt schon wieder die Kehrtwende ein“, sagte Jan Lengerke vom Preisportal Verivox. Preiserhöhungen seien vor allem aus Regionen gekommen, in denen sich die Kosten für die Stromnetze stark erhöht hätten.

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