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23.08.2012

16:50 Uhr

Stromerzeugung

Eon baut keine neuen Kraftwerke

Der Energieriese Eon und sein Konkurrent RWE sparen sich den Bau weiterer Gas- und Kohlekraftwerke. Doch die Bundesregierung setzt auf neue Anlagen. Experten warnen sogar vor einer Stromlücke. Wer setzt sich durch?

Der Energiekonzern E.ON plant vorerst keine weiteren Kraftwerke in Westeuropa. dpa

Der Energiekonzern E.ON plant vorerst keine weiteren Kraftwerke in Westeuropa.

DüsseldorfDer Energiekonzern Eon weist Warnungen vor einer Stromlücke zurück und spart sich den Bau zusätzlicher konventioneller Kraftwerke. "Wir planen vorerst für Westeuropa keine weiteren Gas- und Kohlekraftwerke mehr, weil der Markt sie nicht braucht", sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. "Der europäische Markt braucht bis 2020 über die derzeit laufenden Projekte hinaus keine neue Kraftwerkskapazität." Der Konkurrent RWE hatte unter Verweis auf schwache Margen im Stromgeschäft ebenfalls angekündigt, zunächst keine weiteren Großkraftwerke zu errichten. Die Bundesregierung setzt hingegen auf den Bau neuer Anlagen. Einige Experten haben sogar vor einer Erzeugunglücke gewarnt, die nach dem beschleunigten Atomausstieg drohe.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Die beiden größten deutsche Energiekonzerne Eon und RWE haben in den vergangenen Jahren mit Milliardeninvestitionen ihren Kraftwerkspark modernisiert. RWE hatte vor wenigen Tagen ein über zwei Milliarden Euro teures Braunkohlekraftwerk eingeweiht, das eine Reihe alter Blöcke ersetzen soll. Zusätzliche Kapazitäten würden aber die Preise weiter unter Druck setzen und damit auch die Gewinne der Versorger schmälern. Weitere Anlagen müssen nun wohl von anderen Anbietern wie etwa den Stadtwerken oder ausländischen Versorgern gebaut werden müssen. Erst am Mittwoch hatte die halbstaatliche Deutsche Energieagentur (Dena) den Bau neuer Kohle- und Gaskraftwerke angemahnt. Zu Absicherung der Stromversorgung zu Zeiten einer schwachen Ökostromproduktion würden noch bis zum Jahr 2030 neue Kohle- und Gaskraftwerke benötigt.

Die Rolle eines Ersatzspielers wollen die Energieriesen aber nicht übernehmen. Trotz des Atomausstiegs in Deutschland mit der sofortigen Abschaltung von acht der 17 deutschen AKW gibt es nach ihrer Angaben im europäischen Strommarkt Überkapazitäten. Hierfür spricht, dass der Großhandelspreis für eine Megawattstunde bei rund 50 Euro und damit fast auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren liegt. Damit sich neue Gaskraftwerke lohnen, müsste der Strompreis mindestens 75 Euro liegen, hatte RWE-Chef Terium gesagt.

Kommentare (1)

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23.08.2012, 21:55 Uhr

Man kann nur hoffen, das sich endliche einmal Verstand breit macht. Wir haben funktionierende Kernkraftwerke und schalten sie ab, während rund um unser Land fast überall neue gebaut werden.

Neue Kohle- und Gaskraftwerke sollen auf stand-by, wenn Wind und Sonne nicht ausreichen. So kann man kein Unternehmen gründen, das sollte jedem klar sein.

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