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03.11.2011

18:07 Uhr

Stromimport

Russen bieten Deutschland Atomstrom an

VonJürgen Flauger

ExklusivEin russischer Stromkonzern hat Deutschland den Import von Atomstrom angeboten. Inter Rao will den Strom aus einem neuen Kernkraftwerk bei Kaliningrad in die Bundesrepublik exportieren.

Nach der abrupten Abschaltung von acht deutschen Kernkraftwerken im März sind die Stromeinfuhren in die Höhe geschnellt. dapd

Nach der abrupten Abschaltung von acht deutschen Kernkraftwerken im März sind die Stromeinfuhren in die Höhe geschnellt.

DüsseldorfDer russische Stromkonzern Inter Rao unterbreitet Deutschland ein brisantes Angebot: Den Import von Atomstrom aus Kaliningrad. „Schon im Jahr 2016 könnte der erste Strom vom neuen Kernkraftwerk nach Deutschland fließen“, sagte CEO Boris Kowaltschuk im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Deutschland ist durch die Energiewende ein sehr interessanter Markt für uns. Wir können helfen, die Lücke, die Deutschland durch den Atomausstieg in der Stromproduktion bekommen wird, zu schließen.“

Inter Rao ist der zweitgrößte Stromproduzent Russlands und der größte Exporteur. Der Konzern hat in der Exklave Kaliningrad, die an Polen grenzt, selbst ein Gaskraftwerk und kann die Produktion eines neuen Kernkraftwerkes vermarkten, das der Partner Rosatom dort baut und das 2016 ans Netz gehen soll.

Nach Kowaltschuks Worten wäre der Export wirtschaftlich und technisch gut machbar. „Für uns würde sich das auf jeden Fall rechnen, trotz der zusätzlichen Transportkosten“, ist Kowaltschuk überzeugt, „die Strompreise sind in Deutschland viel höher als vor Ort.“ Inter Rao könnte den Strom entweder über Polen transportieren oder über eine Stromleitung durch die Ostsee, vergleichbar der Gaspipeline Nordstream.

Das Angebot dürfte Umweltschützer und Politiker in helle Aufregung versetzen. Denn sie führt die im Sommer vollzogene Energiewende in Deutschland und den zügigen Atomausstieg ad absurdum. Kowaltschuk lässt sich davon aber nicht beirren: „Ich bin mir bewusst, dass es in Deutschland Vorbehalte gegen den Import von Atomstrom gibt, dabei liefern Tschechien und Frankreich doch bereits.“

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

03.11.2011, 19:26 Uhr

„Ich bin mir bewusst, dass es in Deutschland Vorbehalte gegen den Import von Atomstrom gibt, dabei liefern Tschechien und Frankreich doch bereits.“

Wo er Recht hat da hat er Recht !

Allerdings wenn ein neu gebautes AKW extra nur für den Stromexport nach Deutschland gebaut würde, wäre es der pure Unsinn hier die AKW`s dafür abzuschalten. Das gilt für neue AKW`s in Tschechien und Frankreich aber genauso.

Der_Emigrant

03.11.2011, 19:38 Uhr

Was fuer eine Ironie! Bei Koenigsberg (Ru. "Kaliningrad"), Atomstorm aus verlorener Technologie aus einem verlorenem Gebiet. Deutschland: Hopfen und Malz verloren.

Euroskpetiker

03.11.2011, 19:44 Uhr

@wiebitte: Atomstrom importieren macht Sinn.

Die sozialen Kosten sind in D zu hochg (Stichwort: Wutbürger)
Dass das Atom über die Landesgrenze zurückkommt, soweit kann der gemeine Deutsche nicht denken (Stichwort: Dummbürger)

So sind alle zufrieden: der Wut/Dummbürger wähnrt sich atomfrei
Deutschland hat seinen Strom, das Ausland seinen los

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