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31.03.2011

17:07 Uhr

Stromknappheit

Forscher warnen vor schnellem Aus für die Atomkraft

ExklusivDeutschland debattiert über den Atomausstieg. Doch Wissenschaftler warnen: Werden die Atommeiler zu schnell abgeschaltet, drohen Versorgungslücken. Auch BASF-Chef Jürgen Hambrecht ist gegen den schnellen Ausstieg.

Das Kernkraftwerk Biblis könnte vom Netz gehen. Quelle: ap

Das Kernkraftwerk Biblis könnte vom Netz gehen.

DüsseldorfDie Wende der Bundesregierung in der Atompolitik stellt die Energiebranche vor große Herausforderungen: Wenn sich der Atomausstieg beschleunigt, drohen Versorgungslücken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Trendresearch-Analyse für das Handelsblatt. Trendresearch ist ein auf energiewirtschaftliche Themen spezialisiertes unabhängiges Marktforschungs- und Beratungsunternehmen.
"Das endgültige Aus der sieben Meiler, die bereits abgeschaltet sind, ließe sich ohne Versorgungsengpässe verkraften. Bemühungen, die verbleibenden zehn Meiler früher als bislang geplant vom Netz zu nehmen, würden dagegen enorme Anstrengungen für den Ausbau der erforderlichen Ersatzkapazitäten nach sich ziehen", sagte Tom Hoemske, Bereichsleiter Erzeugung bei Trendresearch.
Zwar sind in Deutschland derzeit massive Investitionen in den Kraftwerkspark geplant. Sie würden aber nicht ausreichen, um die entstehende Lücke bei einem schnelleren Atomausstieg zu kompensieren. Spätestens ab 2015 wären dann zusätzliche Investitionen in neue mit Kohle oder Gas betriebene Großkraftwerke erforderlich. Entsprechende Zusatzinvestitionen mit ausreichenden Realisierungschancen sind aber nicht absehbar.

Der Trendsearch-Studie zufolge sind derzeit 85 Kohle- und Gaskraftwerke angedacht. Dabei sind allerdings erst 21 Kraftwerke in Bau oder stehen kurz vor dem Baubeginn. Bei 29 Projekten ist der Bau ungewiss, bei 35 nach Einschätzung von Trendresearch sogar eher unwahrscheinlich. Hintergrund der Unsicherheiten sind vor allem massive Proteste von Bürgern oder Kommunal- und Landespolitikern, denen es in der Vergangenheit immer wieder gelungen ist, Projekte zu kippen. Diese Entwicklung hat den Ausbau des Kraftwerksparks in den vergangenen Jahren massiv behindert
Hoemske beziffert den Umfang der zusätzlichen Investitionen bei einem schnelleren Atomausstieg allein im Bereich der Kohle- und Gaskraftwerke auf 18 Mrd. Euro bis 2020. Außerdem müssten die Betreiber der Kraftwerke - anders als bei den Kernkraftwerken - Emissionszertifikate kaufen. Die hohen Investitionen und die zusätzlichen Zertifikatekosten würden laut Hoemske zu steigenden Strompreisen führen.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

31.03.2011, 19:28 Uhr

Bevor ein Kraftwerk geplant und gebaut wird, werden natürlich "Bedarfsanalysen u drgl"gemacht.
Keiner Baut welche ohne das der Bedarf geklärt ist. Das wurde auch schon vor 30 - 40 oder 50 Jahren so gemacht , von Leuten die wirklich was davon verstehen , und die wissen und wussten was gebraucht wird .
Nun gut , schalten wir ab und machen uns abhängig von Russischem Gas,Öl und anderen Rohstoffen .
Machen wir uns abhängig von Französischen KKW s , die dann natürlich auch gelben,grünen oder irgendwelchen Ökostrom an die DUMMEN DEUTSCHEN verkaufen .
Der Wind kommt aus Westen, da wo Frankreich ist !!!

Nachwuchs

31.03.2011, 20:26 Uhr

Wieso wird gewarnt, wenn alles keine Gefahr darstellt. Sind die Einkünfte der Politiker in Gefahr? Wieso dürfen sich Politiker ohne Gefahr am Volkseigentum massiv bereichern ohne Ersatzleisten zu müssen bzw. sonst irgendetwas befürchten zu müssen?

Nachwuchs

31.03.2011, 20:28 Uhr

Wieso wird vor Frankreich gewarnt und in Polen wird dies durch unsere Grünen gefördert?

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