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28.12.2016

08:49 Uhr

Strompreis-Erhöhung

„Ich finde das ein wenig link“

VonJürgen Flauger

Wer sich die steigenden Strompreise nicht gefallen lassen will, muss den Anbieter wechseln. Die Verbraucher sollten sich aber nicht von den billigsten Angeboten blenden lassen, warnt Verbraucherschützer Udo Sieverding.

Zum Jahreswechsel wird nicht nur der Verbrauch abgelesen, viele Versorger erhöhen auch die Preise. dpa

Stromzähler in einem Mietshaus

Zum Jahreswechsel wird nicht nur der Verbrauch abgelesen, viele Versorger erhöhen auch die Preise.

DüsseldorfZum Jahresende ist der Ärger bei vielen Verbrauchern groß: Hunderte Stromversorger heben die Preise an - zum Teil kräftig. Udo Sieverding, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, erklärt im Interview, warum in zwei, drei Monaten schon die nächste Welle an Preiserhöhungen kommt - und was die Verbraucher unternehmen können.

Herr Sieverding, zum ersten Januar erhöhen wieder viele Stromversorger ihre Preise. Etwa ein Drittel der Grundversorger hat das angekündigt. Das sind keine guten Nachrichten für die Verbraucher, oder?
Ja, und das dürfte es noch nicht gewesen sein. Ich rechne damit, dass mit etwas Verzögerung eine zweite Welle kommt. Zum ersten Februar oder spätestens zum ersten März werden viele weitere Versorger die Strompreise erhöhen.

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Zum Jahreswechsel heben Hunderte Versorger ihre Tarife an – je nach Region zum Teil kräftig. Mit einer kleinen Verzögerung dürften weitere Stromanbieter folgen. Die Verbraucher müssen sich das aber nicht gefallen lassen.

Sind die Preiserhöhungen denn gut begründet?
Die Versorger verweisen meist auf die EEG-Umlage, mit der die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien auf alle Verbraucher umgelegt werden. Die steigt tatsächlich. Andererseits sind die Strompreise im Großhandel gesunken, die Versorger können also ihren Strom billiger einkaufen. Die beiden Effekte dürften sich weitgehend aufheben. Einen richtigen Grund für eine Preiserhöhung sehe ich eigentlich nur in den Regionen, in denen die Netzentgelte gestiegen sind. Das ist vor allem in Ostdeutschland so.

In vielen Fällen sind die Preiserhöhungen also unbegründet?
Natürlich ist es schwer zu überprüfen, zu welchen Konditionen die Stromversorger ihren Strom einkaufen. In vielen Fällen wollen sie mit der Preiserhöhung aber einfach ihre Marge erhöhen. Ich bin deshalb gespannt, wie viele in den kommenden Monaten noch nachziehen werden.

Wieso?
Wir beobachten in den vergangenen Jahren immer das gleiche Spielchen: Viele Versorger stellen im Herbst groß heraus, dass sie die Preise zum Jahreswechsel konstant halten. Bei diesem Termin schauen eben viele genau hin. Wenig später, wenn die Aufmerksamkeit nicht mehr so hoch ist, ziehen die Unternehmen dann doch nach. Ich höre aus der Branche, dass das ganz bewusst gemacht wird. Ich finde das ein wenig link.

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

28.12.2016, 10:36 Uhr

Der "Verbraucherschützer" ist wohl in erster Linie der politischen Korrektheit und ideologischen Anpassung verpflichtet.

Den Hauptgrund für die extrem hohen Strompreise in Deutschland, die an ökoreligiösen Visionen orientierte "Energiewende" wird mit keinem Wort erwähnt.

Wenn man Millionen Solaranlagen und Windmühlen mit hohen Subventionen versieht um wertlosen Zufallsstrom ins Netz einzuspeisen, Lebensmittel verbrent um religiös korrekten Strom zu erzeugen ist das nicht umsonst. Es kostet etwa 30 - 40 Mrd. €/Jahr, entsprechend 1000 €/Haushalt und Jahr die dann über Strompreise und Produktpreise bezahlt werden.

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