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07.10.2011

14:01 Uhr

Stromversorger

RWE plant neues Kohlekraftwerk

Rund 1,5 Milliarden Euro will der Stromkonzern in ein Braunkohlekraftwerk investieren. Vier ältere Blöcke sollen dafür stillgelegt werden. Durch den schnelleren Atomausstieg muss RWE Kapazitäten aufstocken.

Bis Kohlekraftwerke fertig gebaut sind, kann es oft viele Jahre dauern - oder sie werden nie fertig: Das höchste Gericht der Niederlande hat im August die Genehmigung für diesen Neubau im Nachbarland für nichtig erklärt. dpa

Bis Kohlekraftwerke fertig gebaut sind, kann es oft viele Jahre dauern - oder sie werden nie fertig: Das höchste Gericht der Niederlande hat im August die Genehmigung für diesen Neubau im Nachbarland für nichtig erklärt.

NiederaußemDer Energiekonzern RWE treibt nach der Atomwende die Planungen für ein neues Kohlekraftwerk in Nordrhein-Westfalen voran. Der Versorger habe hierfür bei der Bezirksregierung Köln einen Antrag zur Änderung des Regionalplans eingereicht, sagte RWE-Power-Chef Johannes Lambertz am Freitag auf einer Pressekonferenz am Kraftwerksstandort Niederaußem.

„Die Genehmigungsverfahren werden sicher die nächsten zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen“, sagte Lambertz. Erst wenn Rechtssicherheit herrsche, werde der Konzern eine Investitionsentscheidung treffen, fügte der Manager hinzu. Die Bauzeit für das rund 1,5 Milliarden Euro teure Kraftwerk mit einer Leistung von 1100 Megawatt betrage drei bis vier Jahre.

RWE musste im Zuge des beschleunigten Atomausstiegs seine beiden AKW-Blöcke im hessischen Biblis abschalten. Damit hat der zweitgrößte deutsche Versorger eine Leistung von rund 2400 Megawatt verloren. RWE erzeugt mehr als die Hälfte seines Stroms aus Stein- und Braunkohlekraftwerken. Vorstandschef Jürgen Großmann treibt derzeit mehrere Neubauprojekte voran und will auch die Ökostrom-Kapazitäten deutlich ausbauen. Das neue Braunkohlekraftwerk in Nordrhein-Westfalen soll alte Werke am selben Standort ersetzen. Mit der Inbetriebnahme sollen vier ältere 300 Megawattblöcke in Niederaußem stillgelegt werden.

Der Bau von Kohlekraftwerken ist unpopulär. Vor vier Jahren musste Großmann zu Beginn seiner Amtszeit als RWE-Chef eine Schlappe hinnehmen. Nach massiven Bürgerprotesten blies er den milliardenschweren Bau eines Kohlekraftwerks im saarländischen Ensdorf ab. Der Konkurrent E.ON kämpft derzeit um sein Kohlekraftwerk in Datteln, wo nach einem Gerichtsentscheid weite Teile der Bauarbeiten ruhen. In Niederaußem und der Region kann RWE aber auch auf die Unterstützung von Teilen der Bevölkerung bauen. Im Rheinischen Revier steht eine ganze Reihe von Kohlekraftwerken, tausende Arbeitsplätze hängen von der Braunkohle ab.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

26.02.2012, 11:52 Uhr

aus Bericht:... die Genehmigung braucht 2-3.. die Bauzeit 3-4 Jahre..

Aber nur , wenn die amtierenden Grünen nicht die Bärbel Höhn zu Hilfe rufen, die schon die neuen RWE Kraftwerke in Neurath als grüne NRW-Umweltministerin mit kostspieligen Verzögerungen belastet hat. Auch jetzt hat in NRW Grün dieses Amt inne. Denen wird noch einiges einfallen!
Wie jetzt bei den fast fertigen Anlagen in Lünen und Datteln, wo andere Konzerne ihre Investitionen möglicherweise in den Wind schreiben müssen.

Account gelöscht!

26.02.2012, 11:53 Uhr

aus Bericht:... die Genehmigung braucht 2-3.. die Bauzeit 3-4 Jahre..

Aber nur , wenn die amtierenden Grünen nicht die Bärbel Höhn zu Hilfe rufen, die schon die neuen RWE Kraftwerke in Neurath als grüne NRW-Umweltministerin mit kostspieligen Verzögerungen belastet hat. Auch jetzt hat in NRW Grün dieses Amt inne. Denen wird noch einiges einfallen!
Wie jetzt bei den fast fertigen Anlagen in Lünen und Datteln, wo andere Konzerne ihre Investitionen möglicherweise in den Wind schreiben müssen.

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