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01.06.2012

19:50 Uhr

Stromversorgung

Griechenland droht der Energie-Kollaps

In Griechenland droht ein Zusammenbruch der Stromversorgung. Der Erdgas-Konzern DEPA kann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen und könnte deswegen seine Lieferungen an Stromproduzenten einstellen.

Das griechische Stromnetz droht zu kollabieren. dpa

Das griechische Stromnetz droht zu kollabieren.

AthenDem krisengeplagten Griechenland droht der Zusammenbruch der Energieversorgung. Die Aufsichtsbehörde setzte am Freitag ein Krisentreffen für die kommende Woche an, um den Kollaps des Strom- und Erdgasnetzes noch abzuwenden. Der Erdgas-Konzern DEPA hat Energiekreisen zufolge nicht mehr genügend Bargeld, um fällige Rechnungen über insgesamt 120 Millionen Euro bei der italienischen Eni, der türkischen Botas und Gazprom aus Russland zu begleichen.

Sollte DEPA wiederum seine Lieferungen einstellen, wären die unabhängigen Stromproduzenten wie Elpedison, Mytilineos, Heron und Corinth Power - die rund 30 Prozent der Nachfrage abdecken - zur Einstellung ihres Betriebs gezwungen. In einem Reuters vorliegenden Brief von DEPA an die Aufsichtsbehörden drohte der Konzern mit einer Kürzung seiner Erdgas-Lieferungen, mit denen Strom produziert wird.

Eine Energiekrise würde zu den massiven politischen und finanziellen Probleme hinzukommen und könnte noch vor der Parlamentswahl am 17. Juni bei Unternehmen und Privathaushalten für Stromausfälle sorgen. Griechenland droht in wenigen Wochen das Geld auszugehen, sollten die internationalen Geldgeber ihre Zahlungen einstellen. Eine Energiekrise würde das Mittelmeer-Land mitten in der Tourismussaison treffen - die Branche ist einer der wichtigsten verbleibenden Umsatzbringer der kriselnden Wirtschaft.

Der Chef der Aufsichtsbehörde RAE, Nikos Vasilakos, sagte Reuters, in der kommenden Woche würden Krisenmaßnahmen unternommen, um den Kollaps des Erdgas- und Stromnetzes zu verhindern. DEPA und die betroffenen anderen Konzerne seien für Mittwoch zum Krisentreffen einbestellt worden. DEPA-Chef Haris Sahinis wollte sich zur Finanzsituation des Konzerns nicht äußern.

Von

rtr

Kommentare (13)

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MBoudik

01.06.2012, 21:05 Uhr

Gut so: Wer will denn eine zahlungsunfähige bzw zahlungsunwille Nation zB. mit Energie oder Medizinprodukten beliefern.

Spanien und Portugal können ja schon mal zusehen....

Stinksauer

01.06.2012, 21:47 Uhr

Schöne Grüße nach Brüssel! Seit Einführung des Euro schauen diese hoch bezahlten Schlafmützen doch im Grunde zu, wie sich die Krise in Griechenland zusammenbraut, und tun nichts.

na_sowas

01.06.2012, 22:03 Uhr

Wieso ist plötzlich der Gaz-Konzern zahlungsunfähig?
Ich dachte, der Staat sei pleite.

Haben die Bürger ihre Strom/Gasrechnungen nicht bezahlt?

Oder ist das ein "Druckmittel", damit die Griechen die richtigen Leute wählen?

Oder hat man das Geld bereits außer Landes geschafft??


Seltsam, seltsam....

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