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17.11.2013

18:23 Uhr

Studie der IG Metall

Jeder dritte Metaller ist Leiharbeiter

In der Metallbranche gibt es mehr als eine Millionen Leiharbeiter und Werkvertragskräfte. Das zeigt laut eines Medienberichts eine Studie der IG Metall. Das „Krebsgeschwür“ Werkvertrag hat sich demnach ausgebreitet.

In der Metallbranche arbeitet jeder zweite Beschäftigte als Leiharbeiter oder mit Werkvertrag, heißt es in einer unveröffentlichten Studie der IG Metall. dpa

In der Metallbranche arbeitet jeder zweite Beschäftigte als Leiharbeiter oder mit Werkvertrag, heißt es in einer unveröffentlichten Studie der IG Metall.

HamburgIn der Metall- und Elektroindustrie arbeiten laut einer Studie der IG Metall mehr als eine Million Menschen als Leiharbeiter oder mit Werkverträgen. Das entspreche fast einem Drittel der Beschäftigten der gesamten Branche, berichtete der „Spiegel“ am Wochenende vorab aus seiner neuen Ausgabe. Für die bislang unveröffentlichten Studie befragte die Gewerkschaft demnach über mehrere Monate Betriebsräte, um das Ausmaß von Leiharbeit und Werkverträgen in der Metallbranche zu erfassen.

Die Ergebnisse zeigten, wie weit sich „das Krebsgeschwür“ Werkvertrag inzwischen ausgebreitet habe, sagte der designierte IG-Metall-Chef Detlef Wetzel dem Magazin. Am auffälligsten ist dem Bericht zufolge der Trend in der Automobilindustrie, in der es neben 763.000 Stammbeschäftigten inzwischen 100.000 Leiharbeiter und 250.000 Beschäftigte mit Werkverträgen gebe. In der Stahlindustrie sind es demnach 19.000 Werkvertragsbeschäftigte neben 61.000 Festangestellten.

Tarifabschlüsse der Metall- und Elektroindustrie

2009

Die Erhöhung der Löhne und Gehälter betrug insgesamt 4,2 Prozent in zwei Stufen: zum 1. Februar 2,1 Prozent, zum 1. Mai weitere 2,1 Prozent. Für November/Dezember 2008 und Januar 2009 wurde ein Einmalbetrag von 510 Euro vereinbart, ein weiterer von 122 Euro für September 2009. Von Januar bis April 2010 war eine weitere Einmalzahlung von jeweils 0,4 Prozent vorgesehen. Der Vertrag lief über 18 Monate vom 1. November 2008 bis zum 30. April 2010.

2010

Der Entgelttarifvertrag wurde im Zuge der Wirtschaftskrise vom 1. Mai bis zum 31. März 2011 ohne Anhebung verlängert. Zum Ausgleich erhielten die Beschäftigten zwei Einmalbeträge von je 160 Euro am 1. Mai und am 1. Dezember.

2011

Vom 1. April an gab es wie in der Tarifeinigung 2010 beschlossen ein Plus von 2,7 Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten bis 31. März 2012.

2012

Nach einem Nullmonat im April wurden die Löhne und Gehälter vom 1. Mai 2012 an um 4,3 Prozent angehoben. Die Vereinbarung lief am 30. April 2013 nach 13 Monaten aus.

2013

Der Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Monaten, in den ersten beiden gibt es keine Erhöhung. Von Juli an steigen Löhne und Gehälter um 3,4 Prozent, vom Mai 2014 an nochmal um 2,2 Prozent.

„Ich habe nichts gegen Werkverträge generell“, sagte Wetzel dem „Spiegel“. Er habe aber „entschieden etwas dagegen, wenn sie genutzt werden, das Lohnniveau massiv zu drücken“.

Von

afp

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

18.11.2013, 08:19 Uhr

Das kommt eben dabei heraus wenn man sich nur bestimmter Ratgeber bedient. Diese Ratgeber wurden aber nicht gewählt.
Wählen will ich Leute die Sinn und Verstand einen Ausgleich schaffen, und nicht ohne Gnade von unten nach oben verteilen. Unglaublich, in einem reichen Land werden Menschen verschoben um mit Schwellenländern einen fragwürdigen Wettkampf zu führen.
Als Dank bekommt man dann auch das Rentenniveau dieser Länder (macht nichts, ist doch Zukunft). Aber die Autoindustrie boomt, ist das nicht Klasse?

DINO

18.11.2013, 10:03 Uhr

"Jeder dritte Metaller ist Leiharbeiter"

Liebe stille, zuschauende Gewerkschaften, dann macht doch endlich, endlich richtig mal einen "Aufstand", der den Namen verdient !!!

Wie viel Jahre braucht IHR noch ???

Mazi

18.11.2013, 11:21 Uhr

Dann wissen wir auch, in welcher Branche die Altersarmut demnächst groß sein wird.

Alles ein Verdienst der SPD-Oberen. Es ist an der Zeit, dass die SPD-Basis erkennt, wer sich dort nach oben geschlichen hat.

Man konnte es sichtlich akustisch in den Nachrichten hören, wer in der SPD in Leipzig Kreide gefressen hat.

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