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11.01.2010

11:18 Uhr

Studie

Elektroautos erobern schon bald die Großstädte

VonTino Andresen

Elektrofahrzeuge könnten sich schneller durchsetzen als allgemein erwartet. In den Megacitys dürften sie einer Studie zufolge schon in fünf Jahren eine brauchbare Alternative zu brennstoffgetriebenen Autos sein und einen Anteil von teilweise mehr als 15 Prozent an den Neuzulassungen haben - und zwar auch ohne eine dichte öffentliche Lade-Infrastruktur.

Elektrische Stadtautos wie Peugeots Concept-Car BB1 werden sich in westlichen Metropolen anfangs vermutlich am schnellsten verbreiten. Pressebild

Elektrische Stadtautos wie Peugeots Concept-Car BB1 werden sich in westlichen Metropolen anfangs vermutlich am schnellsten verbreiten.

DÜSSELDORF. In New York ist jeder fünfte Autokäufer und in Schanghai sogar jeder dritte aufgeschlossen für ein Elektrofahrzeug. Das zeigt eine am Montag vorab veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung McKinsey und der öffentlichen Verwaltungen von Schanghai und New York sowie der französischen Regierung. Demnach könnten in der US-Metropole einem realistischen Szenario zufolge 16 Prozent der im Jahr 2015 verkauften Neuwagen einen Elektroantrieb haben, während dieser Wert in der französischen Hauptstadt neun Prozent erreicht und in dem chinesischen Ballungsraum fünf Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das, auf den Straßen New Yorks könnten in fünf Jahren 70 000 Elektrofahrzeuge unterwegs sein, in Paris 62 000 und in Schanghai 26 000.

In den weltweit 25 Megacitys (mit mehr als zehn Mio. Einwohnern im Ballungsraum) werden zehn Prozent des globalen Kohlendioxid-Ausstoßes verursacht. Deshalb sind sie nach Meinung von McKinsey "die natürliche Umgebung für das Entstehen von Elektromobilität". Zur Verbreitung von Elektroautos ist In der Anfangsphase der Studie zufolge keine dichte öffentliche Lade-Infrastruktur notwendig. "Die Chancen der Elektromobilität werden bislang meist danach beurteilt, wie schnell eine dichte öffentliche Ladeinfrastruktur aufgebaut werden kann", sagt Christian Malorny, der bei McKinsey das Beratungsgeschäft für deutsche Klienten aus der Automobil- und Zulieferindustrie leitet. "Unsere Studie kommt zu dem Schluss, dass in den nächsten fünf Jahren kein dichtes öffentliches Ladenetz notwendig ist."

Den Umfragen zufolge stellen sich die frühen Elektroauto- Käufer darauf ein, ihr Fahrzeug zu Hause oder im Parkhaus aufladen zu können - ein flächendeckendes Netz aus Ladestationen ist in der Startphase gar nicht erforderlich. "Die Autofahrer werden ihre Fahrgewohnheiten ganz selbstverständlich daran ausrichten, dass sie bei jeder Fahrt wieder nach Hause zurückkehren müssen", so Malorny. Laut der Beratungsfirma Bain zeigen Tests etwa von Nutzern von E-Autos in London, dass die heute noch begrenzte Reichweite für sie nach kurzer Eingewöhnung kein Thema ist.

Um die Bereitschaft zum Umstieg zu fördern, wäre dagegen verstärkte Verbraucherinformation sehr wirkungsvoll, denn 40 Prozent der Konsumenten wissen laut McKinsey nichts über Elektrofahrzeuge. Einen gewissen finanziellen Anreiz hält die Unternehmensberatung zwar für notwendig, um vor allem in China zu Beginn eine Nachfrage zu schaffen. Monetäre Anreize allein reichten aber nicht aus, um einen umfangreichen Markt zu etablieren. "Solche Förderprogramme, wie sie heute in vielen Ländern propagiert werden, werden der Elektromobilität nicht zum Durchbruch verhelfen", sagt Malorny.

Für die Erstkäufer in New York ist etwa das Recht, spezielle Fahrspuren zu nutzen, zum Beispiel Busspuren, attraktiver als ein reiner Steuernachlass in Höhe von 3000 Dollar. Interessante Anreize für potenzielle Käufer von Elektroautos wäre zudem eine Jahreskarte für den öffentlichen Nahverkehr oder ein öffentliches Programm, in dem für jeden abgesetzten Wagen mit alternativem Antrieb Bäume angepflanzt würden. "Hersteller werden dazu übergehen, E-Autofahrern für längere Fahrten ein Auto mit Verbrennungsmotor zur Verfügung zu stellen", erwartet NordLB-Autoanalyst Frank Schwope.

Kommentare (4)

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Hofmann,M

11.01.2010, 13:13 Uhr

bevor ich in Deutschland mit Elektromobilität herumtöne, brauchen wir erst eine vernünftige Energiepolitik. Wenn wir mehr Strom benötigen und dieser auch noch billig und zuverlässig sein soll, dann bnötigen wir weiterhin die Kernkraft.
Die erneuerbaren Energien sind hier nur eine benachteiligung. Das Stromnetz wird durch diese Energieform überfordert. Die Schwankungen sind zu hoch und unbeständig und somit unwirtschaftlich (zu hohe instanhaltungskosten) für eine Volkswirtschaft.

Tobi Schneidler

11.01.2010, 13:59 Uhr

Gerade Elektroautos eignen sich besonders um wechselnde Erneuerbare-Energieeinspeisungen aufzunehmen. Wie andere Autos auch werden sie mehr Zeit geparkt, und damit an der Steckdose verbringen, als auf der Strasse.
Aus Kunden- und gesellschaftlicher Sicht werden Elektroautos nur Vorteile bieten, sobald Erschwinglichkeit und Reichweite verbessert sind.

Die Auto- und Öllobby wird allerdings keine Kosten und Mühen scheuen um ihre jahrelangen investionen zu schützen, und damit die mögliche Entwicklung bremsen. Hoffentlich setzen sich andere, kreativere Kräfte durch.

rainer repke

11.01.2010, 14:50 Uhr

Liebe Freunde,

mit dem Hybrid und dem Wasserstoffzellenauto habe ich meine Probleme. Aber das Elektroauto wird es werden.

ich habe mich bei Honda als Kauefer fuer deren ersten Wagen angemeldet.

Die Energiequelle wird zuerst herkoemmliche Enegerie sein, dann eine Kommbination von Nuklear- und erneuerbarer Energie.

Das Aufladen erfolgt waehrend der langen Fahrpausen, entweder zuhause oder am Parkplatz. Sehe ich kein Problem.

Die Fahrstrecken: ich habe beobachtet, dass ich nie mehr als 150 km ohne laengere Pause fahre. (Den Rest fliege ich) Wenn man dann sein E-Auto am Flughafen abstellt und nach 2 Wochen zurueckkommt, muss sichergstellt sei, dass die batterie geladen ist. Technisch kein Problem.

Ausserdem sind E-Autos kleiner und leichter, da sie weder einen komplexen Verbrennungsmotor brauchen noch ein Getriebe. Das spart Kosten bei der Produktion, beim betrieb und...die Parkplaetze koennen kleiner sein. Ausserdem werden weniger Reparaturen noetig sein.

Auf gehts, bringen wir das E-Auto auf die Strasse.

Zunaehcst wird es teuer sein, ein solches zu fahren, ich rechne mit E 100.000. Aber der Preis wird schnell fallen. ich kann nicht warten.

Und kein CO2..........

Euer
Rainer

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