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14.01.2010

16:41 Uhr

Studie

PC-Branche rettet sich mit Billigrechnern

VonJoachim Hofer

Auf den ersten Blick haben die Computerproduzenten keinen Grund zur Klage. Im vierten Quartal ist das Geschäft kräftig gewachsen. Die Marktforscher von IDC haben für die letzten drei Monate 2009 ein Plus von 15 Prozent berechnet. Die Konkurrenz von Gartner geht von 90 Millionen ausgelieferten Geräten aus, das wären 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Es gibt aber einen Haken.

Die hohe Nachfrage nach Notebooks hat der Computerbranche geholfen. Quelle: Reuters

Die hohe Nachfrage nach Notebooks hat der Computerbranche geholfen.

MÜNCHEN. Bei näherem Hinsehen entpuppen sich die Zahlen aber als lange nicht so prickelnd. Auf der einen Seite war der Vergleichszeitraum 2008 ausgesprochen schwach. Auf der anderen Seite stammt das Plus vor allem aus dem Verkauf von Billigrechnern. "Die Wirtschaftsflaute ist weitergegangen, deshalb waren die Käufer sehr preisbewusst", sagt Gartner-Analystin Mikako Kitagawa. So hätten sich die Kunden weltweit vor allem abgespeckte Notebooks sowie die noch günstigeren Netbooks zugelegt. Kitagawa: "Aggressive Angebote von Herstellern und Händlern haben die Nachfrage angekurbelt."

Noch etwas macht den Anbietern zu schaffen: Die PC-Produzenten bekommen massive Konkurrenz durch Handy-Hersteller. "Die Computernutzung ist nicht länger auf klassische Computer beschränkt", warnt Paul Otellini, Chef des weltgrößten Chipherstellers Intel. Die sogenannten Smartphones von Firmen wie Apple, LG oder Palm werden immer leistungsfähiger und kommen bei den Kunden hervorragend an. "Bis 2013 werden Mobilfunkgeräte den PC als das gängigste Gerät für den Internetzugang überholt haben", prognostizieren die Gartner-Experten. Bis dahin werde die Zahl der Computer weltweit auf 1,78 Mrd. steigen, die der internetfähigen Handys hingegen auf 1,82 Mrd., heißt es.

Doch auch auf ihrem angestammten Feld nimmt der Wettbewerb für die PC-Anbieter zu. Handyproduzent Motorola hat zu Jahresbeginn einen eigenen Tablet-PC vorgestellt. Tablet-PCs sind Rechner ohne feste Tastatur, sie sind leicht und handlich und standen im Fokus während der ersten großen IT-Messe des Jahres, der CES in Las Vegas, die am Sonntag zu Ende gegangen ist. iPhone-Hersteller Apple wird vermutlich ebenfalls bald einen Tablet-PC präsentieren. Diese Art von Rechnern, so hoffen die Anbieter, könnte auch als Lesegeräte für elektronische Bücher einen Markt finden.

Um den neuen Wettbewerbern aus dem Mobilfunk die Stirn zu bieten, suchen sich die Computerbauer zusätzliche Absatzwege. Er rechne damit, dass mehr als ein Viertel aller Netbooks dieses Jahr von den Telekommunikationsanbietern verkauft würden, sagt Robert Pasquier vom chinesisch-amerikanischen PC-Anbieter Lenovo. Der Grund dafür: Die Geräte werden zu attraktiven Preisen zusammen mit einem Mobilfunkvertrag angeboten. Vom Ansturm der Konsumenten auf Notebooks und Netbooks hat im abgelaufenen Jahr vor allem Acer profitiert.

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