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04.10.2011

14:54 Uhr

Studie

Reedereien rechnen mit mehr Container-Riesen

Trotz der schwächelnden Konjunktur rechnen Reeder damit, dass die Zahl der Riesenschiffe zunimmt. 170 davon sind weltweit in Auftrag gegeben und sollen auch eingesetzt werden. Die Frachtraten bleiben dadurch unter Druck.

Ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd im Hamburger Hafen. dpa

Ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd im Hamburger Hafen.

HamburgDie Zahl an Riesenschiffe mit Stellplätzen für mehr als 12.500 Container wird einer Umfrage zufolge trotz Konjunkturabkühlung in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Dadurch werde sich auch der Preiskampf unter den Schifffahrtsunternehmen verschärfen, prognostizierte die Bank UniCredit in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung zur Lage der Branche. Demnach rechnen 82 Prozent der befragten Reeder damit, dass die derzeit weltweit etwa 170 in Auftrag gegebenen Containerriesen trotz bereits existierender Überkapazitäten der Branche in Dienst gestellt werden. 

Die Frachtraten würden daher unter Druck bleiben, sagte Analyst Joachim Flecks. Dem „6. Maritimen Trendbarometer“ von UniCredit zufolge erwarten 77 Prozent der Befragten, dass diese Großcontainerschiffe hauptsächlich im Asien-Europa-Verkehr eingesetzt werden. Auf dieser Strecke herrscht bereits ein ruinöser Preiskampf.

Linienreedereien wie Hapag-Lloyd drohen daher weiter unter Druck zu geraten. 

Laut der Studie erwartet gut die Hälfte der Befragten, dass kleinere Reedereien die Route zwischen Asien und Europa künftig meiden werden. Die teuren Supercontainerschiffe werden derzeit vor allem von Marktführer Maersk eingesetzt, der Branchenexperten zufolge den Preiskampf mit dem Rivalen MSC angeheizt hat. Die aktuell größten bestellten Containerschiffe mit einer Kapazität von 18.000 Standardcontainern hat der Studie zufolge die in Dänemark ansässige Maersk geordert.

Containerriesen sind aufgrund des in Relation zur Ladekapazität niedrigen Treibstoffverbrauchs wirtschaftlicher als kleinere Frachter. Von der steigenden Zahl an solchen Schiffen könnten der Studie zufolge neben Rotterdam die deutschen Häfen in Hamburg und Wilhelmshaven profitieren. Eine große Mehrheit der Befragten rechnet damit, dass die Containerriesen den geplanten Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven anlaufen werden. Auch Hamburg werden Chancen eingeräumt. Als Voraussetzung dafür sehen Experten, dass die Elbe wie geplant vertieft wird. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, fordern daher sowohl Hamburger Reeder als auch Logistikunternehmen wie die HHLA, dass zügig mit den Arbeiten begonnen wird.

Die Bagger sollen Ende 2011 anrollen, allerdings hatten sich wegen Nachfragen der EU-Kommission zuletzt erneut Verzögerungen ergeben.

Von

rtr

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