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11.01.2010

18:49 Uhr

Studie

Solarbranche muss Startup-Mentalität abstreifen

VonHannes Vogel

Die Konkurrenz aus China macht Druck: Die Photovoltaik-Industrie muss professioneller arbeiten, so eine Studie. Managementstrukturen seien nicht genug auf Vertrieb und Ergebnis ausgerichtet, so eine Studie. Wie Vorstände von Solarfirmen in Zukunft agieren müssen.

Dieter Ammer hat 2007 den Chefsessel bei Conergy übernommen. Zuvor stand die Solarfirma am Rand des Bankrotts. Das Beispiel mahnt die Solarbranche, den laut einer Studie notwendigen Wandel zu vollziehen. dpa

Dieter Ammer hat 2007 den Chefsessel bei Conergy übernommen. Zuvor stand die Solarfirma am Rand des Bankrotts. Das Beispiel mahnt die Solarbranche, den laut einer Studie notwendigen Wandel zu vollziehen.

DÜSSELDORF. Die Photovoltaik-Industrie gerät unter Druck, ihre Managementstrukturen und operativen Prozesse anzupassen. Dies ist der Tenor einer Studie der Personalberatung Egon Zehnder International. Nach Ansicht der Verfasser arbeitet die Branche angesichts des Preisverfalls bei Solarzellen noch zu wenig vertriebs- und ergebnisorientiert. Vor allem das Profitabilitäts- und Risikomanagement sei stark verbesserungsbedürftig. Analysiert wurden die wichtigsten börsennotierten und mittelständischen Cleantech-Firmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Professionalisierung eingefordert

Bisher investierten Photovoltaikfirmen vor allem in Produktionskapazitäten, doch die Konkurrenz aus China drückt immer mehr auf Margen und Ertragskraft. Der Preisverfall mache nun den Aufbau professionellerer Vertriebs- und Managementstrukturen notwendig, so die Analyse von Egon Zehnder.

Viele Solarfirmen seien immer noch von einer Startup-Kultur geprägt. Um wirtschaftlichen Erfolg zu sichern, müssten sich die Vorstände künftig weniger um Technik und stärker um Kunden und Strategie kümmern. Die Branche müsse sich zudem für Personal aus anderen Industrien öffnen, um kaufmännisches Know-how zu gewinnen.

Die Solarfirma Conergy ist ein bekanntes Beispiel für die hausgemachten Probleme und den notwendigen Wandel, den die Berater anmahnen. Fehlentscheidungen des Managements hatten zur Krise des Hamburger Solartechnikherstellers beigetragen. So verfolgte Conergy-Gründer Hans-Martin Rüter in vielen Ländern eine Vielzahl von Projekten, die das Unternehmen an den Rand des Bankrotts brachten. Ende 2007 übernahm der damalige Chefkontrolleur und ehemalige Tchibo-Chef Dieter Ammer das Ruder bei Conergy. Unter seiner Führung konzentrierte sich Conergy auf das Kerngeschäft Solartechnik.

Auch der bevorstehende Subventionsabbau werde zu einem Umdenken hin zu stärker kaufmännischen Ansätzen in den Chefetagen der Solarfirmen führen, sagt Thorsten Gerhard von Egon Zehnder International voraus: "Der Kostendruck und die bevorstehende Konsolidierung im Markt zwingen die Branche nun, ihre operativen Prozesse und ihr Talentmanagement rasch zu professionalisieren."

Kommentare (1)

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Thomas Westphal

11.01.2010, 21:18 Uhr

ich würde gerne die Studie selbst lesen. Wo ist sie zu erhalten?

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