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24.08.2012

04:33 Uhr

Studie

Strompreiskosten drei Milliarden Euro zu hoch

Der Strompreis ufert aus, die Verbraucher stöhnen. Laut einer Studie kassieren die Energieversorger bis zu drei Milliarden Euro zu viel. Minister Altmaier erwartet schon im Herbst die nächste Erhöhung des Strompreises.

Eine Frau schreibt den Zählerstand eines Stromzählers in Berlin auf. dpa

Eine Frau schreibt den Zählerstand eines Stromzählers in Berlin auf.

BerlinDie Energieversorger kassieren in diesem Jahr einer Studie zufolge beim Strompreis bis zu drei Milliarden Euro zu viel von den deutschen Verbrauchern. Dies geht aus einer Analyse des Energieexperten Gunnar Harms für die Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die als erstes die „Saarbrücker Zeitung“ (Freitag) berichtete und die auch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Und Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) erwartet schon in Kürze eine weitere Erhöhung der Strompreise um fünf Prozent.

Laut Harms sind die Preise im Stromeinkauf 2011 um zehn bis 20 Prozent gefallen. „Der Atomausstieg hat nicht zu den befürchteten Preissteigerungen geführt“, heißt es in der Studie. Wenn diese Effekte an die Endkunden komplett weitergegeben würden, müsste der Strompreis demnach rund zwei Cent je Kilowattstunde niedriger sein. „In den letzten fünf Jahren zeigt sich, dass gestiegene Einkaufspreise stets unverzüglich weitergegeben wurden, Preissenkungen hingegen nicht, zumindest nicht an das Kundensegment der Haushaltskunden.“

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Die Preise für Industriekunden seien in den letzten Jahren um drei Prozent gesunken, „während gleichzeitig private Endkunden seit 2008 rund 20 Prozent mehr für den Strom bezahlen müssen“. Die Grünen kritisieren seit Wochen, dass es für energieintensive Unternehmen zu viele Ausnahmen bei den Netzentgelten und den Kosten zur Förderung erneuerbaren Energien gebe, dadurch müssten die Verbraucher beim Strompreis erhebliche Mehrkosten schultern.

Einen Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden kostet die Ökostrom-Förderung jährlich 125 Euro, davon zahlt er 31 Euro nur für die Industrie-Entlastungen. Die energieintensive Branche betont, nicht die Ausnahmen seien das Problem, sondern Hauptkostentreiber sei die Förderung erneuerbarer Energien. 2011 wurden 16,4 Milliarden Euro Vergütungen an die Produzenten von Ökoenergie gezahlt.

Bärbel Höhn, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, sagte der „Saarbrücker Zeitung“, letztlich sei auch die Bundesregierung für den unaufhaltsamen Anstieg der Strompreise verantwortlich. Sie lade die Kosten der Energiewende bei den Verbrauchern ab, indem sie die Unternehmen umfassend entlaste.

Entsprechend rechnet Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) im Herbst mit einem Preisanstieg um fünf Prozent als Folge des zu schnellen Ausbaus der Solarenergie. „Die Preise legt die Energiewirtschaft fest“, sagte der Minister der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitag). „Experten erwarten aber fünf Prozent.“ Der CDU-Minister will deshalb die teure Förderung der Solarenergie schon früher beenden als bisher geplant. „Die Förderung des Solarstroms wird ganz auslaufen, wenn wir das Ziel von 52 Gigawatt an Leistungskapazität erreicht haben. Das ist für 2020 vorgesehen. Falls wir das Ziel früher schaffen, läuft die Förderung entsprechend früher aus“, sagte der Politiker.

Von

dpa

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

24.08.2012, 06:09 Uhr

Die Ansicht der GRÜNEN, die Haushalte trügen die Kosten der Entlastung der energieintensiven Betriebe, ist schlicht falsch. Diese Kosten kann niemand bei denen eintreiben, ohne sie in den Konkurs zu schicken - und dann blieben Haushalte und die nicht begünstigten Unternehmen ebenfalls auf den Kosten sitzen.
Die Frage, die sich heute wirklich stellt, ist die, wie viel Industrie wir uns zukünftig noch leisten können und wollen. Unter den Vorzeichen der Energiewende, die ja von rund 80% der Bevölkerung gewollt ist, wird es nämlich teuer, hochenergieverbrauchende Industrie am Standort Deutschland zu halten.

kfvk

24.08.2012, 06:40 Uhr

Nebenbei hilft einfach beim Verbrauch sparen. Wir kommen inzwischen mit 1200kW im Jahr aus (2Pers, 3Zi. Whg.) und zahlen für aus regenerativen Quellen erzeugten Strom 37€ im Monat. Viel brächte da auch die Entlastung der Verbraucher um die genannten 3 Milliarden nicht. dann doch lieber damit ein paar industrielle Arbeitsplätze gesichert, denn von Dienstleistung alleine werden wir dauerhaft auch nicht satt.
Solange die Fernsehgeräte und die Autos nicht groß genug sein können, völlig unabhängig vom jeweiligen Einkommen, ist das Jammern über hohe Energiepreise etwas, was getrost ignoriert werden kann. Denn wer nicht lernen will, muss fühlen -- das war schon immer so. Niemand hindert den Verbraucher daran seine Kosten durch vernünftiges Verhalten zu minimieren und an diesem fehlt es noch immer weitgehend.

Account gelöscht!

24.08.2012, 06:58 Uhr

sparen sparen sparen...der Deutsche spart nur noch, egal bei was. Fragt mal einen Dänen, Schweizer, Holländer, Spanier, Franzosen, Belgier, Schweden, Norweger was er an Stromkosten bezahlt....dann wacht so mancher vielleicht auf und merkt dass wir hier wie immer auf das übelste abgezockt und verarscht werden.

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