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03.01.2011

11:23 Uhr

Studie

Wie die neuen Antriebe die Autobranche revolutionieren

VonTino Andresen, Markus Fasse

ExklusivDie Entwicklung hin zum Elektroauto wird für einen Wachstumsschub auf dem globalen Markt für Fahrzeugantriebe sorgen. Sie stellt Autobauer und Zulieferer vor eine gewaltige Aufgabe. Die deutsche Industrie hat viel zu verlieren.

Elektroauto beim Aufladen: Der Markt für Antriebe wächst stark. Quelle: APN

Elektroauto beim Aufladen: Der Markt für Antriebe wächst stark.

DÜSSELDORF, MÜNCHEN. Eine Million Elektroautos, das beschloss die Bundesregierung vor zwei Jahren, sollen 2020 über Deutschlands Straßen rollen. Und auch im - nach China - zweitgrößten Automarkt der Welt geraten die traditionellen Verbrennungsmotoren ins Visier des Gesetzgebers: Bereits Ende dieses Jahrzehnts greifen in den USA Regelungen zum Klimaschutz, die den Verkauf der meisten heutigen Modelle unmöglich machen werden - die Treiber der Entwicklung hin zu alternativen Antrieben sind nicht die Kunden, sondern die Gesetzgeber.

"Das Auto wird sich in den nächsten zehn Jahren stärker verändern als in den vergangenen 100 Jahren", orakelt Audi-Vorstand Peter Schwarzenbauer. Doch weder die Kunden, die in Deutschland erst 1 588 Mal einen E-Antrieb orderten, noch die technische Entwicklung geben bislang eine eindeutige Richtung für Investitionen vor. Der wohl größte Technologiewandel in der Autogeschichte wird für die Hersteller von Automobilen zum Vabanquespiel. Das zeigt auch eine Studie der Beratungsfirma McKinsey, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt.

Erstmals seit Erfindung des Autos stehe das Verbrennungsprinzip tatsächlich vor dem schleichenden Aus, glaubt die Unternehmensberatung. Doch wie lange der Wechsel auf neue Antriebstechnik dauert, ist kaum abzuschätzen.

Immerhin, so glauben die Berater, werden auch 2020 noch mehr als 95 Prozent der Autos durch einen Verbrennungsmotor angetrieben. Selbst für 2030 rechnet McKinsey noch mit einem Anteil von 87 Prozent. Investitionen der Hersteller in die Elektrotechnik werden damit zum Risiko.

Was für Investitionszusagen in die neuen Technologien spricht: 35 Prozent der Neuzulassungen könnten der Prognose zufolge 2030 Hybridfahrzeuge sein, weitere 16 Prozent den Verbrennungsmotor nur noch zum Aufladen der Batterie benötigen, um damit die Reichweite der Fahrzeuge zu erhöhen. Hinzu kommen laut Studie rein batterie- und wasserstoffgetriebene Autos. Zusammen mit ihnen, glaubt McKinsey, könnte 2030 in knapp zwei Dritteln aller Neuwagen ein Elektromotor brummen.

Die Berater erwarten bei ihrer Prognose zwar nicht, dass die EU ihr Ziel umsetzen wird, den durchschnittlichen Kohlendioxidausstoß von Neuwagen bis im Jahr 2050 auf weniger als 10 Gramm pro Kilometer zu reduzieren. Sie rechnen stattdessen mit einem Grenzwert von weltweit weniger als 40 Gramm pro Kilometer.

Kommentare (8)

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net_worker

03.01.2011, 13:53 Uhr

Die Abhängigkeit vom Öl zu brechen und dabei die Umbrüche in der deutschen industrie zu meistern das wird das "deutsche Manhatten Projekt". Die bundesregierung sollte sichj lieber auf solche wichtigen Dinge konzentrieren anstatt sich im klein klein zu verlieren und wegen 5 Euro oder 10 mehr für ALGii-bezieher ewig herumzustreiten. Noch sehen viele die Wand nicht auf die wir zurasen (es läuft ja gerade alles so schön...). Wenn wir gegen die neuen Wirtschaftsmächte wie China, indien, brasilien bestehen wollen, dann müssen wir uns mächtig anstrengen und die Politik muss die Rahemenbedingungen schaffen. ich hoffe die Politiker haben 2011 ein glücklicheres Händchen als im verlorenen Jahr 2010.

Mariana Mayer

03.01.2011, 14:09 Uhr

Wie soll denn de C02 Ausstoss gesenkt werden, wenn dafür global betrachtet immer mehr Autos verkauft werden und Wirtschaftswachstum incl des steigenden Fleischverzehres einigen wenigen bestitz einbringt.

Das Öl wurd durch regenerative Energien ersetzt und dafür die Wälder abgeholzt. Den Teufel mit dem belzebub austreiben.

Verzicht auf Autos und Technik und die maßlose Fresserei weniger, ist die Einzigste Maßnahme und die kommt bereits zu spät.

Die Meere reissen bereits die Küsten weg.

Die Menschen die verzichten, autark und selbstlos arbeiten, kommen gegen den sinnlosen Konsum und dessen Vermarktung nicht an.

Die Wohlstandsgesellschaftskinder werfen alles achtlos weg und drehen den Wasserhahn in der Wüste auf.

Mariana Mayer

03.01.2011, 14:35 Uhr

Klar hängen die Deutschen hinterher, weil in Deutschland Arbeitsverhältnisse wie im Film Schwabenkinder, dieser lief am ersten Neujahrstag in bR, herrschen. Wer denn Film Schwabenkinder kennt, weiß wie in Deutschland in den Unternehmen gearbeitet wird.

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