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11.03.2014

15:11 Uhr

Studie

Zahl der Rückrufe von Autoherstellern in den USA wächst

Um Kosten zu sparen und ihre Produktion zu verschlanken, setzten die Autohersteller auf gleiche Bauteile in mehreren Modellen. Das könnte sich als Bumerang erweisen. Denn das Risiko für teure Rückrufaktionen steigt.

BMW musste im vergangenen Jahr gleich zweimal Wagen in den USA in die Werkstätten holen. Probleme bei der Stromversorgung und bei den Sensoren für den Beifahrer-Airbag waren der Grund. dpa

BMW musste im vergangenen Jahr gleich zweimal Wagen in den USA in die Werkstätten holen. Probleme bei der Stromversorgung und bei den Sensoren für den Beifahrer-Airbag waren der Grund.

Bergisch GladbachImmer mehr gleiche Bauteile, eine höhere technische Komplexität und schnellere Entwicklungszyklen steigern einer Untersuchung zufolge das Risiko der Hersteller für Rückrufe. Im vergangenen seien in den USA mehr als 20,5 Millionen Pkw in die Werkstätten zurückbeordert worden, so das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Das sind fünf Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Den Großteil der Probleme bereiteten Elektronik und Sicherheitssysteme wie Airbags, gefolgt von Mängeln beim Antriebsstrang, sagte Studienautor Stefan Bratzel. Ein Risiko sei, dass die Hersteller mehr und mehr auf eine Art Baukastenprinzip setzen, bei dem sie gleiche Bauteile in verschiedenen Fahrzeugen verbauen und damit besonders große und kostenintensive Rückrufaktionen herausfordern. Das zeige das Beispiel von 2,7 Millionen zurückgerufenen Hyundai- und Kia- Modellen.

Der koreanische Hyundai-Kia-Konzern ist in der Auswertung mit einer Rückrufquote von 263 Prozent bezogen auf die Neuwagenzulassungen auch Spitzenreiter. Darauf folgen Fiat-Chrysler und Toyota. Platz vier besetzt der deutsche Hersteller BMW. Volkswagen liegt trotz einer leichten Steigerung der Quote unter dem Durchschnitt. Daimler weist in der Untersuchung den Bestwert aus.

BMW hatte im vergangen Jahr gleich zweimal Wagen in den USA in die Werkstätten geholt. Erst waren Probleme bei der Stromversorgung der Grund, dann Sensoren für den Beifahrer-Airbag. Aufgrund von Absatzsteigerungen und Bauteilkonzepten komme es im Einzelfall zu höheren von einem Rückruf betroffenen Fahrzeugmengen, sagte ein BMW-Sprecher. Größere Rückrufe würden in der Öffentlichkeit auch stärker wahrgenommen. Trotz der steigenden Komplexität seien BMWs insgesamt so zuverlässig und sicher wie nie.

Die Rückrufquote bezeichnet die Zahl der Rückrufe im Vergleich zu den Neuzulassungen. Sie kann über 100 Prozent liegen, weil auch ältere Modelle von Rückrufen betroffen sind. Weil die Bedingungen für Rückrufe in den USA besonders streng und das Klagerisiko größer als anderswo ist, dient der Markt in der Untersuchung als Referenzmarkt für Rückrufe weltweit. Der Rückruf von 1,6 Millionen General Motors von 1,6 Millionen älteren Autos nach tödlichen Unfällen ruft nun in den USA sogar die Politik auf den Plan.

Von

dpa

Kommentare (1)

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11.03.2014, 18:46 Uhr

Risiko, wo doch überbezahlte und hochgebildete Manager und Experten am Werk sind? Wann werden diese Personen endlich zur Rechenschaft gezogen (Berufsverbot, lebenslange Haft, Regresszahlungen und kompleter Vermögenseinzug incl. der nahen verwandtschaft)?

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