Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2015

15:04 Uhr

Studie zu Pkw-Neuzulassungen

Autobauer werden zum eigenen besten Kunden

Fast jeder zehnte Pkw in Deutschland wird auf das herstellende Unternehmen zugelassen. Bei VW und Porsche ist die Quote sogar doppelt so hoch. Hintergrund ist laut Auto-Experte Dudenhöffer die Rabattschlacht am Markt.

Neuwagenzulassungen: Autohersteller tragen sich zusehends selbst als ersten Käufer ein. dpa

Neuwagenzulassungen: Autohersteller tragen sich zusehends selbst als ersten Käufer ein.

DuisburgDeutschlands Autobauer werden nach einer Studie des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer „zusehends ihre besten Kunden“. 2014 seien knapp zehn Prozent aller Neuwagen auf die Hersteller selbst zugelassen worden, schreibt der Professor der Uni Duisburg-Essen in seiner jüngsten Untersuchung. Auf Basis der Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamtes kam er auf 297 268 Personenwagen - ein Anteil von 9,8 Prozent (Vorjahr: 9,2 Prozent). „Mehr als jeder fünfte VW und Porsche wurde im Jahr 2014 auf das Unternehmen zugelassen“, schreibt Dudenhöffer, der einen bedenklichen Trend bei der Eroberung von Marktanteilen durch Rabatte sieht.

Viele der Fahrzeuge würden nach kurzer Zeit mit hohen Abschlägen vom Listenpreis auf dem Gebrauchtwagenmarkt landen. Bei Deutschlands Branchenprimus Volkswagen sieht man das entspannt. „Fast alle dieser Fahrzeuge entfallen aufs Mitarbeiter-Leasing“, sagte ein Sprecher. Das gelte gerade auch für das VW-Modell mit der höchsten Zahl an Zulassungen auf den Hersteller, den Golf. Nach der Untersuchung waren es 2014 rund 68 500 der insgesamt zugelassenen 214.000 VW Golf.

Gewinner im europäischen Automarkt

Platz 10

Renault – Absatzplus: 9,4 Prozent

Endlich geht es wieder aufwärts für die Franzosen. Nach den deprimierenden Vorjahren verkaufen sich Clio und Co wieder besser. Auch der neue Twingo erfüllt die Erwartungen. Insgesamt verkauft die Marke europaweit rund 863.200 Fahrzeuge.

Quelle: Acea

Platz 9

Volvo – Absatzplus: 12,3 Prozent

Mit dem XC90 haben die Schweden den ersten SUV, der unter chinesischer Führung entwickelt wurde, an den Start gerollt. So sollen die Absätze auch im kommenden Jahr zulegen. Insgesamt wurden im Jahr 2014 rund 236.200 Volvos verkauft.

Platz 8

Nissan – Absatzplus: 13,4 Prozent

Insbesondere die kompakten SUVs der Japaner verkaufen sich dank ihres gefälligen Designs bestens. Mit dem Pulsar will man nun auch in der Kompaktklasse zulegen. Unterm Strich stehen 2014 rund 462.200 verkaufte Fahrzeuge.

Platz 7

Seat – Absatzplus: 13,8 Prozent

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns hat sich dank erfolgreicher Modelle wie dem Leon wieder berappelt. Nun müsste man auch beim Gewinn nachziehen. Insgesamt wurden 2014 rund 318.900 Fahrzeuge verkaufte.

Platz 6

Skoda – Absatzplus: 14,2 Prozent

Noch besser schneidet die zweite VW-Tochter ab. Die Tschechen haben in Deutschland mittlerweile sogar den Titel als größte Importmarke erobert. Europaweit wurden 554.500 Fahrzeuge verkauft.

Platz 5

Mazda – Absatzplus: 20,4 Prozent

Für die Japaner geht es beim Absatz wieder aufwärts. Das extravagante Design scheint von den Europäern angenommen zu werden. Mit 161.000 verkauften Fahrzeugen legen die Verkäufe stark zu.

Platz 4

Dacia – Absatzplus: 23,9 Prozent

Die rumänische Renault-Tochter ist ein Phänomen und gehört schon seit Jahren beim Absatz zu den Gewinnern. Für den Konzern wird die Marke damit immer wichtiger. Im Jahr 2014 verkaufte Dacia in Europa rund 359.100 Fahrzeuge.

Platz 3

Lexus – Absatzplus: 30,1 Prozent

Natürlich wächst die Nobeltochter von Toyota von einem extrem niedrigen Niveau aus. Doch die Konkurrenz von Audi, BMW und Mercedes ist stark. Da sind auch kleine Erfolge viel wert. Insgesamt wurden 2014 rund 29.500 Fahrzeuge verkauft.

Platz 2

Lexus – Absatzplus: 30,1 Prozent

Natürlich wächst die Nobeltochter von Toyota von einem extrem niedrigen Niveau aus. Doch die Konkurrenz von Audi, BMW und Mercedes ist stark. Da sind auch kleine Erfolge viel wert. Insgesamt wurden 2014 rund 29.500 Fahrzeuge verkauft.

Platz 1

Jeep – Absatzplus: 70,6 Prozent

Die große Hoffnung von Fiat-Chrysler enttäuscht im Jahr 2014 nicht. Durch Modelle wie den Grand Cherokee geht es für die SUV-Ikone deutlich aufwärts. Mit 37.900 verkauften Fahrzeugen wurde sogar ein neuer Rekord aufgestellt.

Auch bei Opel verwies ein Sprecher auf das Modell der geleasten Mitarbeiterfahrzeuge; das Unternehmen hat an den Herstellerzulassungen einen relativ geringen Anteil von 9,3 Prozent. Er wird nur noch von Lexus (7,6 Prozent), Ford (4,3) und Smart (3,0) unterboten. Das Kraftfahrtbundesamt wies darauf hin, dass 2014 ganz allgemein die Zahl der Zulassungen von Neuwagen im gewerblichen Bereich um 5,8 Prozent zugelegt habe, der im privaten Bereich dagegen um 1,9 Prozent gegenüber 2013 gesunken ist.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.01.2015, 18:34 Uhr

Fast jeder zehnte Pkw in Deutschland wird auf das herstellende Unternehmen zugelassen. Bei VW und Porsche ist die Quote sogar doppelt so hoch. Hintergrund ist laut Auto-Experte Dudenhöffer die Rabattschlacht am Markt.

------------------------------------------------------

Wurde doch schon immer so gemacht.

Am Jahresende werden sogar Autos von den Bänder herunter gefahren...

dass dann im neuen Jahr wieder von nicht farblich passende teile wieder ausgetauscht werden müssen ( Nacharbeitskosten )

aber Hauptsache die Jahresstückzahlen wurden eingehalten ?





Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×