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09.12.2014

12:39 Uhr

Stühlerücken bei BMW und VW

Modellwechsel in der deutschen Autoindustrie

VonLukas Bay

Die Alphatiere der deutschen Autobranche leiten den Generationswechsel ein: BMW-Chef Reithofer tritt ab, VW-Konzernchef Winterkorn tritt kürzer. Wie das die Strategie der Konzerne verändern könnte.

DüsseldorfDen Auftakt machte VW mit einer Mitteilung an die Aktionäre: Der Konzernvorstand, teilten die Wolfsburger am frühen Dienstagmorgen mit, werde ab dem 1. Oktober 2015 um einen Posten erweitert. Der bisherige BMW-Entwicklungschef Herbert Diess solle dann als verantwortlicher Vorstand die Geschicke der Kernmarke leiten. Eine Aufgabe, die bisher Konzernchef Martin Winterkorn innehatte. Der VW-Chef konzentriert sich damit allein auf die Gesamtleitung des Konzerns.

Diess wird damit zu einem heißen Kandidaten für die Nachfolge von Winterkorn – wohl auch weil ihm der Weg an die Spitze von BMW verbaut war. Denn nur wenige Stunden nach Verkündigung seines Wechsels teilte der Münchener Premiumautobauer einen Wechsel in seiner Führung mit. Neuer Vorstandsvorsitzender wird im März 2015 der heutige Produktionsvorstand Harald Krüger. Der bisherige BMW-Chef Norbert Reithofer wird zur nächsten Hauptversammlung abtreten, obwohl sein Vertrag eigentlich noch bis zum Jahr 2016 laufen sollte. Stattdessen wird er ab März Joachim Milberg als Aufsichtsratschef ablösen.

Der Generationswechsel wurde offenbar von langen Hand vorbereitet. Doch sorgt dieser Wechsel für ein kleines Beben in der Autobranche. Denn mit den Wechseln ändern sich auch die strategischen Vorzeichen.

„Herr Diess ist der Wunschkandidat von Herrn Dr. Winterkorn. Beide haben dieselben Vorstellungen von Markenführung und Produktentwicklung“, erklärte ein VW-Sprecher. Mit Winterkorn verbindet ihn seine Vergangenheit bei Bosch. Diess gilt zudem als disziplinierter Kostensenker. Als Einkaufsvorstand hatte der 56-Jährige schon bei den Münchenern fünf Jahre lang kräftig Kosten gesenkt und bei den Zulieferern die Daumenschrauben angezogen. Er gilt als Vordenker der Strategie „Number One“, dank der BMW heute Traumrenditen einfährt und den Titel als führender Premiumhersteller verteidigt.

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Wiederholt Diess diese Erfolge bei VW, gilt er als ein sehr wahrscheinlicher Kandidat für die Nachfolge von Winterkorn. Doch das dürfte nicht einfach werden: Die Kernmarke von VW, jahrelang Garant der Stärke im Zwölfmarkenreich der Wolfsburger, schwächelte zuletzt merklich. Allein im November verbuchte VW ein Minus bei den Auslieferungen von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Europa, Russland, USA – in fast allen Regionen verlor die Marke bei den Verkäufen. Und selbst der einstige Wachstumsmotor China läuft längst nicht mehr so rund wie in der Vergangenheit.

Zudem erweist sich die Einführung des Modularen Querbaukasten als „echter Kraftakt“ (Winterkorn), bei den Komponenten und beim Material sieht er noch Einsparpotenziale. Denn bei der Rendite fahren die Konkurrenten um die Weltspitze, Toyota und General Motors, derzeit vorneweg. Der Generationswechsel soll damit auch die Erneuerung der Kernmarke beschleunigen.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

09.12.2014, 12:49 Uhr

Die größte Gefahr für die Deutsche Automobil-Industriebranche droht von der deutschen Klima-Energie-Wirtschaftpolitik.
Der Standort Deutschland ist massiv durch die Energiewende/EEG und dem politischen-medialen menschengemachten CO2-Erwärmung Lügen Märchen gefährdet.

Herr Vittorio Queri

09.12.2014, 12:50 Uhr

>> Die Alphatiere der deutschen Autobranche leiten den Generationswechsel ein >>

Es fiel ein Schuß...die Krähen stiegen auf, kreisten eine Weile über dem Baum, und anschliessend setzten sie sich wieder auf die Äste, alle etwas höher als vor dem Schuß....!

Es hat sich nichts geändert in der Deutschen Wirtschaft.

Und die Krähen picken sich auch nicht gegenseitig die Augen aus !

Es wird wohl demnächst nur eine NEUE STRATEGIE gegen China gefahren. Denn die Investitionen ( Fabrikbauten ) in China lassen sich nicht mehr POLITISCH erklären.

Und die Schuldigen der "Falschen" Strategie sind dann auch plötzlich weg.....sie sitzen auf anderen, höheren Ästen !

Adalbert Neumarkt

09.12.2014, 13:44 Uhr

Habe einen TV Bericht auf Phoenix über Elektromobilität und alternative Antriebsarten gesehen.

Deutschland hat hier technologisch schon den Anschluss verloren. Die etablierten deutschen Zulieferbetriebe dazu gefragt, kam auffallend oft nur die Standardantwort, dass es keine Alternative in absehbarer Zeit zum Verbrennungsmotor gäben würde. Nur einer, der versteckt vor die Kamera trat(!), der letztlich wohl die Dinge beim Namen nannte sagte: Uns geht der Arsch auf der Grundeis.

Die Politiker in Berlin dazu gefragt, warum es nicht mehr gesetzliche Rahmenbestimmungen zur Förderung geben würde, konnte man dazu nahezu schreckend identische Antworten wie auf den Bezug der Einheitswährung oder der Zuwanderung, also jener Themen, welche entscheident für unsere Zukunft sind hören: Ja, wir wissen Bescheid, vir versuchen, wir sehen derzeit keinen akuten Handlungsbedarf, wir tun doch schon....


Unterhaltungselektronik, Computerindustrie und die zukünftig auch die Autoindustrie? - Deutschland ist nicht gewillt, sich den Fakten zu stellen.

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