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21.01.2005

16:50 Uhr

Stuttgarter wollen Schadensersatz

Daimler und Mitsubishi ringen um Entschädigung

Der japanische Autohersteller Mitsubishi Motors sitzt wieder mit Daimler-Chrysler am Verhandlungstisch. Der im vergangenen Jahr ausgestiegene deutsche Partner will eine Entschädigung wegen der vertuschten Qualitätsmängel bei Mitsubishi Fuso.

HB STUTTGART/TOKIO. Sprecher von MMC und von Daimler-Chrysler sagten am Freitag übereinstimmend, es würden Verhandlungen über Schadenersatz geführt. Entscheidungen in Detailfragen seien jedoch noch nicht gefallen, erklärte MMC. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher sagte: „Wir äußern uns nicht zum Inhalt der Verhandlungen mit MMC über die finanziellen Lasten, die uns bei Fuso entstanden sind.“ Auch zum Zeitrahmen der noch laufenden Gespräche wollte der Daimler-Chrysler-Sprecher keine Angaben machen.

Die japanische Zeitung „Nihon Keizai“ hatte in ihrer Freitagausgabe berichtet, die beiden Unternehmen würden sich wahrscheinlich noch in diesem Monat einigen und die Schadenersatzsumme in dem anstehenden Sanierungsplan von MMC berücksichtigen. Daimler-Chrysler verlange als Entschädigung für den Wertverlust seiner Beteiligung an Mitsubishi Fuso eine Summe von umgerechnet rund 370 bis 600 Mill. €, hieß es in dem Zeitungsbericht. Diese Schadenersatzsumme solle in den Sanierungsplan für MMC integriert werden, der bislang bis Ende Januar stehen soll. Weder der Daimler-Chrysler-Sprecher noch MMC wollten sich zu der angeblichen Höhe der Schadenersatzsumme äußern.

MMC hatte Anfang 2003 seine Beteiligung an Fuso auf rund 20 % reduziert, Daimler-Chrysler hatte im Gegenzug seinen Anteil an dem Lkw-Hersteller auf 65 % von zuvor 43 % erhöht. Anschließend wurde bekannt, dass Fuso über Jahre hinweg trotz Sicherheitsmängeln seiner Fahrzeuge im großen Stil teure Rückrufaktionen unterlassen hatte. Daimler-Chrysler hatte daraufhin eine Entschädigungsforderung bei MMC eingereicht. Auch bei der defizitären MMC waren in den vergangenen Jahren Rückrufaktionen bei gut zwei Mill. Pkw unterlassen worden, was das Image des Konzerns schwer belastet hatte.

Um seine Verluste aufzufangen hat MMC Mitte vergangenen Jahres eine Kapitalspritze von umgerechnet 3,4 Mrd. € erhalten. Daimler-Chrysler hatte eine Beteiligung an der Sanierung seines Partners MMC verweigert und an der Kapitalerhöhung nicht teilgenommen. Der Anteil des deutsch-amerikanischen Konzerns an MMC sank dadurch auf knapp 20 von zuvor 37 %. Im Zeitraum März bis September fuhr MMC weltweit einen Verlust umgerechnet knapp 1,3 Mrd. € ein. Deshalb wird bei MMC an einem weiteren Sanierungsplan gearbeitet, dessen Höhe in Finanzkreisen zu Beginn dieses Jahres mit umgerechnet rund 2,25 Mrd. € beziffert wurde.

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