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09.07.2011

16:32 Uhr

Subventionen aus Konjunkturpaketen

Weitere Millionen warten auf wiedererstarkte Autokonzerne

In der Krise hat der Bund der Automobilbranche mit Subventionen unter die Arme gegriffen. Nun läuft das Geschäft wieder. Doch einem Medienbericht nach könnten Daimler und Co. weitere Gelder aus der Staatskasse erhalten.

Von ganz unten nach ganz oben in wenigen Jahren: Bei Daimler und BMW sind die Zeiten der Krise vorbei. Quelle: dpa

Von ganz unten nach ganz oben in wenigen Jahren: Bei Daimler und BMW sind die Zeiten der Krise vorbei.

DüsseldorfDie deutschen Autohersteller haben aus den Konjunkturpaketen der Bundesregierung 2008 und 2009 offenbar nicht nur durch höhere Absatzzahlen profitiert, sondern auch direkt durch Subventionen. Insgesamt seien 15 Herstellern rund 125 Millionen Euro an Zuwendungen bewilligt worden. Dies berichtete die „Wirtschaftswoche“ am Samstag. 

Die Zahlen gingen aus einer Aufstellung des Bundeswirtschaftsministeriums für die Linksfraktion im Bundestag hervor, die dem Magazin vorliege. Demnach habe der Daimler-Konzern am stärksten von direkten Hilfen aus den Konjunkturpaketen profitiert. Dem Unternehmen und seinen angeschlossenen Gesellschaften seien insgesamt rund 63,9 Millionen Euro bewilligt worden. BMW habe 26,8 Millionen kassiert, Volkswagen 17,6 Millionen und Ford knapp 4,7 Millionen Euro. Pikantes Detail: Die Subventionen müssen teilweise noch ausbezahlt werden.

Eigentlich könnte der Staat der Empfehlung von Daimler-Chef Zetsche folgen – und im Aufschwung konsolidieren. Denn: Die aktuellen Absatzzahlen der Premium-Marken Daimler, Audi und BMW sind rekordverdächtig. Mit einem Plus von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und 665.332 verkauften Fahrzeugen hat Daimler im ersten Halbjahr so viele Autos abgesetzt wie noch nie. Konkurrent Audi schlug 652.940 Wagen los, die Ingolstädter verbuchten ein Plus von 17,7 Prozent. Noch besser ergeht es derzeit BMW, die mit einem Zuwachs von 17,8 Prozent und 689.750 verkauften Autos den Markt der Premium-Hersteller anführen.

Was mit dem Geld passieren könnte, zeigt das Beispiel BMW. Der Dax-Konzern könnte bis zu einer Million Euro erhalten, um das vom Ministerium vorgegebene Projektziel der „Schließung der elektrischen Mobilitätskette“ zu erreichen, berichtet die „Wirtschaftswoche“. Mit diesem Geld könne die Entwicklung eines faltbaren Elektrofahrrads vorangetrieben werden, das in einem Elektroauto mitgeführt werden kann. Gut, dass die Automobilindustrie keine anderen Sorgen hat.

Mehr zum Thema lesen Sie unter wiwo.de.

Von

dapd

Kommentare (5)

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alpha

09.07.2011, 17:14 Uhr

Das ist das Problem mit unserer Regierung: Diätenerhöhungen für Partamentarier und Subventionen für umsatzstarke Großunternehmen, aber kein Geld für Steuersenkung und/oder Schuldenabbau. Die Prioritäten sind falsch gesetzt.

Heinrich

09.07.2011, 18:11 Uhr

Es sollte eigentlich so geregelt sein, dass Konzerne und Banken in fetten Zeiten Subventionen zurück zahlen. Eine Frau Klatten weis mit ihrem Geld nicht wohin und solchen Leuten will Berlin noch milde Gaben in Form von Euros zukommen lassen. Ein Skandal für alle die hart arbeiten oder Hartz 4 beziehen müssen.

Goldmund

09.07.2011, 18:55 Uhr

Es gibt immer gute und schlechte Jahre. Ein Konzern muss aus eigener Kraft auch schlechte Jahre schultern können. Aber in guten Jahren auch noch Subventionen (unsere Steuergelder) zu kassieren ist eine Unverfrorenheit sondergleichen. Unsere Politiker sind auch nur noch Marionetten der Wirtschaft. Wann setzt sich der mündige Bürger endlich zur Wehr? Mit dem deutschen Michel kann man's halt machen!

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