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05.05.2011

17:02 Uhr

Subventionsstreit

China wirft US-Autobauern Dumping vor

China wirft US-Autobauern vor, ihre Autos auf dem chinesischen Markt dank illegaler Subventionen zu Dumpingpreisen anzubieten. Auch BMW und Daimler seien betroffen. Auf Strafen wolle man jedoch vorerst verzichten.

Die US-Autohersteller können vorerst aufatmen. Quelle: Reuters

Die US-Autohersteller können vorerst aufatmen.

PekingDie chinesische Regierung erhebt schwere Vorwürfe gegen die großen US-Autobauer. Konzerne wie General Motors und Chrysler hätten in den USA illegale Subventionen erhalten und könnten ihre Autos dadurch in der Volksrepublik billiger anbieten, erklärte das Handelsministerium in Peking am Mittwoch. „Durch die Subventionen und das Preisdumping ist der chinesischen Autoindustrie ein beträchtlicher Schaden entstanden.“

Trotz der Vorwürfe verzichtet die Führung in Peking jedoch vorerst auf eine Strafsteuer bei der Einfuhr von Fahrzeugen aus den Vereinigten Staaten. Auch die US-Filialen der deutschen Hersteller BMW und Daimler, die von der Überprüfung ebenfalls betroffen waren, können damit durchatmen. Besonders groß dürfte die Erleichterung aber in der US-Autohochburg Detroit im Bundesstaat Michigan sein. Insgesamt wurden aus den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahren Pkw im Wert von 3,4 Milliarden Dollar nach China exportiert - drei mal so viel wie 2009. Viele der Wagen stammte von den großen drei US-Herstellen General Motors, Ford und Chrysler.

Mit dem Verzicht auf eine Strafsteuer geht die chinesische Führung im Wirtschaftsstreit auf die US-Regierung zu. Die USA werfen China seit Jahren vor, seine Währung Yuan künstlich tief zu halten und damit den Export von Waren anzukurbeln. Zudem kritisiert die Führung in Washington, China bevorzuge seine riesigen Staatsunternehmen, indem es die Zinsen für Kredite trotz des Wirtschaftsbooms niedrig halte.

Das chinesische Handelsministerium ermittelt nach eigenen Angaben seit November 2009, ob es sich bei Steuersenkungen und verschiedenen Anreizprogrammen der US-Regierung und des Bundesstaates Michigan um unfaire Subventionen für Hersteller in Amerika handle. Die Untersuchung habe untermauert, dass die US-Hersteller von Limousinen und Geländewagen Subventionen erhalten hätten und an Preisdumping beteiligt gewesen seien, erklärte das Ministerium nun. Dennoch hätten sich die chinesischen Behörden darauf verständigt, „vorerst keine ausgleichende Steuer wegen des Preisdumpings zu erheben“.

Von

rtr

Kommentare (1)

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laowai

05.05.2011, 19:18 Uhr

Der Trend ist unverkenntbar. Ich meine mich zu erinnern, dass vor nicht allzu langer Zeit noch Strafzölle auf Textilien aus China gegeben worden sind, jetzt schlägt China zurück.

Lange dauerts nicht mehr, dann kommen die Roewe Modelle auch in die Staaten und nach D, Volvo ist ja bereits da. Solarfirmen schalten ja schon jetzt Werbung mit chinesischen Hanzi in deutschen Fußballstadien.

Ich bewundere die Chinese, und bin froh auf diesen Zug aufgesprungen zu sein (auch wenn er schon jetzt nicht mehr von Siemens gefertigt wird:) )

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