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28.06.2013

19:09 Uhr

Suche nach Investor

Peugeot sendet SOS

Der französische Autobauer Peugeot braucht Geld. Die Absatzkrise hat große Löcher in die Kasse der Franzosen gerissen. Als wahrscheinlicher Retter käme der US-Autobauer General Motors in Frage - nur der ziert sich.

Ausgebrüllt? Peugeot braucht dringend frisches Kapital. dpa

Ausgebrüllt? Peugeot braucht dringend frisches Kapital.

Paris/New YorkFrankreichs führendem Autohersteller Peugeot-Citroën (PSA) geht es offenbar noch schlechter als gedacht. Die anhaltende Krise hat die Franzosen finanziell in die Enge getrieben. Auf der Suche nach frischem Kapital ist auch der Einstieg eines ausländischen Investoren kein Tabu mehr. Vorher wollen die Franzosen den Kopf aber mit einer Kapitalerhöhung aus der Schlinge ziehen. Wie aus Unternehmenskreisen zu hören ist, wird dies aber wohl nicht vor Ende 2014 geschehen. Zunächst solle die laufende Sanierung abgeschlossen werden. Bis dahin gilt der Einstieg eines Investors als unwahrscheinlich - die Kapitalvernichtung wäre vorprogrammiert.

Eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters hatte am Donnerstag die französische Autobranche in Aufregung versetzt: Die Peugeot-Eigner, eine von nur drei verbleibenden europäischen Auto-Dynastien, wollen einen Zusammenschluss mit General Motors (GM) vorantreiben. Dafür sei die Familie sogar bereit, die Kontrolle an Europas zweitgrößtem Autobauer aufzugeben. Derzeit hält sie 25,4 Prozent der Anteile und 38,1 Prozent der Stimmrechte. Die GM-Führung reagiert öffentlich zurückhaltend auf die Avancen aus Frankreich. „Wir haben im Moment nicht die Absicht, zusätzliches Geld in PSA zu investieren“, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Die Amerikaner hatten im vergangenen Februar sieben Prozent der PSA-Anteile erworben.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

PSA wird Ende Juli seine Halbjahreszahlen vorlegen. 2012 war der Umsatz um 3,1 Milliarden Euro auf 55,4 Milliarden eingebrochen, der weltweite Autoabsatz ging von rund 3,1 auf 2,82 Millionen Stück zurück. In den vergangenen Monaten war es dem Unternehmen aber trotz der extrem schlechten Absatzlage in Europa gelungen, den Cash-Abfluss des Autobereichs auf 100 Millionen Euro monatlich zu halbieren. Ende 2014 soll wieder ein positiver Cashflow erreicht sein.

Bis dahin verfügt das Unternehmen über ausreichende liquide Mittel. Anfang des Jahres hatte es eine Anleihe von einer Milliarde Euro platziert, außerdem stehen Kreditlinien zur Verfügung. Und die PSA-eigene Bank ist durch staatliche Garantien abgesichert. Solange keine Katastrophe geschieht, müsste PSA bis 2014 über die Runden kommen. Doch dann braucht das Unternehmen frisches Geld, um in neue Modelle und moderne Anlagen investieren zu können.

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Für die französischen Autohersteller war das abgelaufene Geschäftsjahr eine Katastrophe.

Und für private Investoren sind die Hürden für einen Einstieg hoch. Immer noch übt der französische Staat indirekt Einfluss auf den Konzern aus. Im Aufsichtsratsmitglied sitzt auch Louis Gallois, Ex-EADS-Chef und Kommissar für staatliche Investition. Um die Staatsgarantie für die PSA-Bank zu beenden und die Gruppe wieder völlig selbständig zu machen, müsste ein Investor viel Geld in die Hand nehmen.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

28.06.2013, 14:20 Uhr

Wer kauft heute einen Peugeot?
Die Hausfrau? Der Postbote? Der Manager?

Wer bis 2 zählen kann, kauft weder Peugeot noch Opel. Das ist der letzte Murks - auch finanztechnisch (Wertverlust!!!).

Hans

28.06.2013, 14:30 Uhr

GM hat alle Opel Patente in die USA verlagert. Dafür muss sicherlich Opel überteuerte Lizenzgebühren zahlen, und außerdem eine überteuerte Gebühr für das Missmanagement aus den USA. Daher ist es m.M. nicht möglich, dass Opel jemals wieder Gewinn machen kann. Opel überlebt von der immer weniger werdenden Altsubstanz.

Account gelöscht!

28.06.2013, 14:32 Uhr

Wertverlust?
Tut mir leid, aber Sie haben ganz offensichtlich keine Ahnung.
Zwischen den von den Medien gepriesenen RESTWERT-RIESEN wie Porsche und Co. und den von Dummschwätzern als Autos mit hohem Wertverlust Bezeichneten liegen nach 4 Jahren und 45.000 km Laufleistung gerade mal 4-5% Restwert-Differenz. Immer zum jeweiligen Neupreis, versteht sich.
Also: wenn man keine Ahnung hat - einfach mal die Klappe halten!

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