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08.11.2011

16:32 Uhr

Südkorea

Keine Atempause, es geht voran

VonJan Keuchel

Südkorea ist der Aufsteiger in Ostasien, die Stärke seiner Unternehmen macht mittlerweile vielen Wettbewerber in der Welt Sorgen. Samsung hängt Apple bei den Smartphones ab, Hyundai nötigt VW Respekt ab. Und die größte Werft der Welt liegt  - in Südkorea. Ein Blick in ein Land, das vor allem eines kennt: Geschäfte machen.

Figuren des jährlichen Laternenfestes in Seoul, mit dem der Geburtstag Buddhas gefeiert wird. dpa

Figuren des jährlichen Laternenfestes in Seoul, mit dem der Geburtstag Buddhas gefeiert wird.

Seoul/UlsanDas weiße Wollknäuel in dem kleinen Glaskasten bewegt sich nicht. Genauso wenig wie das braune, schwarze und beige Wollknäuel in den Kästen nebenan. Ermattet liegen die Hundewelpen auf Glas und schauen durch Glas hindurch. Ein blassblauer Herbsttag in Südkoreas Hauptstadt Seoul, vor dem Schaufenster sind Touristen stehen geblieben und starren leicht angewidert und mitleidig auf die Vierbeiner. In diesem Viertel gibt es viele solcher Tierquälereien zu sehen. Nach dem Hunde-Laden kommt der nächste Hunde-Laden und dann noch einer und noch einer. In Seoul nennen sie diese Straße einfach nach dem, was sie ist, die Hundestraße. So wie die Nachbarstraßen Möbelstraße oder Druckerstraße heißen, weil in der einen Stühle gebaut oder besser gesagt, perfekt kopiert werden und weil in der Druckerstraße in jeder noch so kleinen Hütte gedruckt wird.

Rund um die Druckerstraße riecht es nach Lösungsmittel, das sich ätzend auf die Lungen legt. Im Hundegeschäft lächelt die Verkäuferin soeben noch und ruft dem Eintretenden ein paar nette Sätze zu - bis sie erkennt, dass er nicht kaufen, sondern nur gucken will. Da verlässt die Freundlichkeit ihr rundes Gesicht wie Luft einen geplatzten Ballon. In Südkorea wird Geschäft gemacht, Geschäft gemacht und nichts als Geschäft gemacht. Ein Land will nach oben, ganz direkt und unsentimental. Und das gelingt ihm.

Warum? Eine Reise von Seoul nach Ulsan im Süden des Landes und zurück erzählt eine Geschichte, die mit Staatswirtschaft, mit Hunger nach Wohlstand und nicht zuletzt auch mit einer Nation zu tun hat, zu der die Südkoreaner eine schwierige Beziehung pflegen: mit Japan. „Sie sind Deutscher?“, ruft die Verkäuferin. „Oh, ich möchte auch einmal nach Deutschland“. Deutsch spricht sie nicht, dafür aber Englisch und fließend Japanisch.

Si-Yong ist Mitte zwanzig, sie bedient in einem Klamottenladen im beliebten Einkaufsviertel Myeong-dong, sie trägt ein rotes Wollkleid über der Jeans und ist nicht ganz so modisch wie ihre Kundinnen aus dem Nachbarland. Die kommen täglich mit dem Flugzeug in großer Zahl, auf der Suche nach Schnäppchen. Oder sie wandern auf den Spuren ihrer Idole aus den in Japan äußerst populären koreanischen TV-Seifenopern oder Pop-Bands. „70 Prozent unserer Kunden kommen aus Japan“, sagt Si-Yong.

In Läden wie dem Si-Yong landen sie zuhauf, meist weil sie von ihren Kollegen draußen vor der Tür hineinmanövriert werden. Die sprechen ebenfalls Japanisch und drücken den potenziellen Kundinnen draußen ein kleines Geschenk in die Hand, dann schieben sie sie sanft ins Innere. Japanerinnen, das weiß man in Myeong-dong nur zu genau, sind viel zu höflich, um einfach nur das Geschenk einzustecken.

Japanische Konsum-Touristen sind eines der wirtschaftlichen Standbeine Koreas. Das andere sind ein paar sehr erfolgreiche Industriezweige, in denen die Koreaner der Welt Respekt abnötigen. Ihre Protagonisten heißen Hyundai, Samsung oder LG – und haben den Toyotas oder Panasonics teilweise bereits den Rang abgelaufen. Südkorea und Japan, da sind zwei sehr unterschiedliche asiatische Nationen, verbunden durch eine unselige 35-jährige Besatzungszeit. Sie sind heute einander Kunden und Rivalen zugleich - vereint in misstrauischer Abwehrhaltung gegen die jeweils andere Volksgruppe.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

08.11.2011, 19:07 Uhr

Korea ist ein zweites Deutschland, das leider aber nicht in den Genuss des alternativlosen und allen Wohlstand bringenden Euros gekommen ist. Pech für das Asialand. Nun ist es wehrlos den Kräften des Finanzmarktes ausgesetzt, leidet extrem an der Aufwertung der eigenen Währung, kann sich nicht auf einen brüderlichen Binnenmarkt stützen und muss ganz allein seinen Wohlstand verkonsumieren. Was für ein Elend!

Bruder-Helmut

08.11.2011, 21:50 Uhr

Hinzu kommt, dass Südkorea neben den Finnen bei PISA auf Platz 1 ist.

Die USA kommt nach Saudi-Arabien aber nur auf Platz 23

comuller

09.11.2011, 04:37 Uhr

Ein ueberfluessiger Artikel ohne Informationswert, geschrieben fuer einen Leserkreis der Suedkorea auf keiner Landkarte finden wuerde. Hier werden Vorurteile geschuert, daher wird dieser Beitrag auch wieder im Kreis derer wiedergegeben, die nicht muede werden von der 'Gefahr' aus Asien zu faseln. Niedrigstes Stammtischniveau.

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