Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.03.2012

13:39 Uhr

Süßwarenindustrie

Rohstoffpreise bedrohen mittelständische Betriebe

Die deutsche Süßwarenindustrie steht offenbar weiter vor schwierigen Zeiten. Um bis zu 50 Prozent sind im vergangenen Herbst die Zuckerpreise in der EU gestiegen. Gerade kleine Betriebe sind in ihrer Existenz gefährdet.

„Saure Ringe“ aus Fruchtgummi auf einer Waage. dpa

„Saure Ringe“ aus Fruchtgummi auf einer Waage.

Berlin/BonnDie Hersteller von Bonbons, Eiscreme und Knabberartikeln leiden unter den hohen Preisen für Rohstoffe und Öl. Egal ob Zucker, Weizen, Butter, pflanzliche Öle, Mandeln oder Haselnüsse - die Agrar-Rohstoffe hätten sich erheblich verteuert, erklärte der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie am Freitag in Bonn. Wegen des scharfen Wettbewerbs könnten die Unternehmen diese Kosten aber nicht in vollem Umfang an die Verbraucher weitergeben.

„Das Ergebnis ist eine Ertragserosion, die besonders den kleinen und mittelständischen Süßwarenbetrieben zu schaffen macht und teils existenzbedrohende Auswirkungen hat“, sagte der BSDI-Vorsitzende Dietmar Kendziur.Erschwerend hinzu komme für die Branche, die in Deutschland 50.000 Beschäftigte zählt, noch der hohe Ölpreis. Dadurch stiegen nicht nur die Energiekosten, sondern auch die Preise für Verpackungen und die Transportkosten.

Kritik übte die Süßwarenindustrie insbesondere an der künstlichen Verknappung und Verteuerung des wichtigsten Rohstoffes: Zucker. Trotz einer Rekordernte bei den Zuckerrüben sei Zucker für die Lebensmittel- und Getränkeproduktion in Europa knapp. Im vergangenen Herbst sei der Zuckerpreis um 50 Prozent gestiegen.

Verantwortlich dafür sei das europäische Quotensystem, das den Markt künstlich verknappe, und „eine überholte Zuckermarktordnung“. Das Quotensystem für Zucker müsse deshalb 2015 auslaufen, so wie von der EU-Kommission geplant, forderte die Süßwarenindustrie. Auch für das Ende dieses Jahres erwarte er leere Lager, erklärte Kendziur.

Zuwächse bei den Exporten hatten den Unternehmen im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von 2,1 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro beschert. Fast jede zweite Tonne deutscher Schokoladen, Backwaren und Knabbereien wanderte ins Ausland, hauptsächlich in EU-Länder. Auch hatten die Deutschen 2011 wieder etwas mehr genascht als im Vorjahr. Pro Kopf stieg der Konsum um rund 2,5 Prozent auf insgesamt 31,4 Kilogramm.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.03.2012, 13:59 Uhr

"Schuld daran sei unter anderem das Quotensystem, das den Markt künstlich verknappe."

Ach wirklich? Ich dachte schon, da sind mal wieder die bösen Spekulaten schuld.....

Account gelöscht!

02.03.2012, 14:04 Uhr

@ Süßwarenindustrie leidet unter Zuckerengpass

Die Verbraucher leiden unter einem dramatischen Überangebot des zu billigen Zuckers in zahlreichen Nahrungsmitteln.
Selbst wenn man 100% Steuern draufschlagen würde, könnten die durch Zuckerübermaß verursachten Krankheiten, einschließlich Adipositas schon ab dem 3. Lebensjahr, nicht ausreichend behandelt werden.
Aber alle unsere Verbraucher- und GesundheitsministerInnen der letzten Jahrzehnte (einschließlich der besonders Naturbewußten) hatten Wichtigeres zu tun gehabt (was eigentlich?.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×