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25.02.2016

14:34 Uhr

Sulzer Maschinenbau

Hohe Sonderdividende in Aussicht

Mehrere hundert Millionen Franken liegen beim Schweizer Maschinenbauer Sulzer auf der hohen Kante. Aktionäre forderten eine Gewinnausschüttung – und dürfen sich nun über eine saftige Sonderdividende freuen.

Die Aktie des Maschinenbauers lag am Donnerstag bei 97,40 Schweizer Franken. Zusammen mit der regulären Ausschüttung erhalten die Anleger in diesem Jahr 18,10 Schweizer Franken Dividende. AP

Tiefe Taschen

Die Aktie des Maschinenbauers lag am Donnerstag bei 97,40 Schweizer Franken. Zusammen mit der regulären Ausschüttung erhalten die Anleger in diesem Jahr 18,10 Schweizer Franken Dividende.

ZürichDer Schweizer Maschinenbauer Sulzer schüttet eine saftige Sonderdividende an seine Aktionäre aus. Zusätzlich zu einer unveränderten regulären Gewinnbeteiligung von 3,50 Franken je Anteilsschein sollen die Eigentümer eine Sonderauszahlung von 14,60 Franken erhalten, wie das vom russischen Oligarch Viktor Vekselberg kontrollierte Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Hintergrund dafür ist das hohe Überschusskapital, das zuletzt mehrere hundert Millionen Franken umfasste. Anleger hatten gefordert, dass die Mittel an sie ausgeschüttet werden, wenn sie das Unternehmen nicht investiert. Trotz der einmaligen Sonderdividende verfüge Sulzer noch über „genügend Spielraum für wertsteigernde Fusionen und Übernahmen“.

Der Reingewinn schrumpfte im vergangenen Jahr angesichts von Währungsschwankungen und der sinkenden Nachfrage aus der Öl- und Gasbranche um gut 73 Prozent auf 74 Millionen Franken – etwas weniger als von Analysten erwartet. Der Auftragseingang schrumpfte bereinigt um Währungseffekte um knapp vier Prozent. Für das laufende Jahr rechnet die Firma währungsbereinigt mit einem Rückgang von Auftragseingang und Umsatz zwischen fünf und zehn Prozent.

Chancen und Risiken des deutschen Maschinenbaus

Rückgrat der deutschen Wirtschaft

Mit mehr als einer Million Beschäftigten gilt der Maschinen- und Anlagenbau als größter industrieller Arbeitgeber in Deutschland. Doch die Zeit rasanter Zuwächse scheint für die mittelständisch geprägte Schlüsselindustrie erst einmal vorbei. Die Branche sieht sich einem Mix aus Chancen und Problemen gegenüber.

Quelle: dpa

Bremseffekt China

Die Schwäche wichtiger Märkte wie China bremst die extrem exportorientierten Maschinen- und Anlagenhersteller erheblich, denn das Riesenreich ist ein gewaltiger Absatzmarkt für Maschinen „Made in Germany“. Doch die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sind vorbei. So rechnet der Branchenverband VDMA mit einen Ausfuhr-Rückgang um 6 Prozent auf gut 16 Milliarden Euro im Jahr 2015.

Bremseffekt Russland

Die seit 2014 wirksamen Sanktionen gegen Putins Reich haben in den Bilanzen der deutschen Maschinenbauer deutliche Spuren hinterlassen. 2015 sollte der Maschinen-Export dorthin nach Schätzungen nur noch rund 5 Milliarden Euro betragen, fast 3 Milliarden Euro weniger als zwei Jahre zuvor. In der Tabelle der Exportmärkte fiel Russland von Rang 4 auf Platz 10 zurück.

Entlastung und Risiko Ölpreis (1)

Der Absturz des Ölpreises senkt die Energiekosten bei der Produktion. Zugleich setzt er die Ölindustrie als Kunden der Maschinenbauer unter Druck. Die Folge: Investitionen werden verschoben. Komplizierte und daher teure Förderprojekte werden auf Eis gelegt.

Entlastung und Risiko Ölpreis (2)

Das Wartungsgeschäft entwickle sich dagegen robust, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser jüngst. Weil der Verbrauch steige, müsse mehr Öl durch Pipelines gepumpt werden, wovon Siemens mit Ersatzteilen für Pumpen und Kompressoren profitieren könne. Siemens hatte 2014 den US-Kompressorenhersteller Dresser-Rand gekauft.

Rückenwind Euro

Durch den Kurs-Rückgang der Gemeinschaftswährung werden deutsche Produkte auf dem Weltmarkt tendenziell billiger. Das kann die Nachfrage ankurbeln. Insbesondere auf dem US-Markt sind deutsche Maschinen dadurch preislich im Moment sehr konkurrenzfähig. Auch im Euro-Binnenmarkt lief es zuletzt wegen des Nachholbedarfs besser.

Hoffnung Iran

Das Land hat nach dem Ende der Sanktionen großen Nachholbedarf, es fehlt überall an modernen Maschinen, Anlagen und Komponenten. Daher hofft die Branche auf steigende Nachfrage aus dem traditionell eng mit der deutschen Wirtschaft verknüpften Land. Wichtig ist dabei aus Sicht der Maschinenbauer ein sicheres Finanzwesen - ohne das Risiko, für am Ende doch nicht erlaubte Geschäfte belangt zu werden, etwa von US-Behörden. Der niedrige Ölpreis limitiert zudem die Finanzen der Islamischen Republik, wo auch Konkurrenten wie Frankreich, Italien und China unterwegs sind.

Hoffnung TTIP (1)

In den Verhandlungen zwischen den USA und der Europäischen Union ist dem Maschinenbau ein eigenes Kapitel vorbehalten. Der VDMA verspricht sich einen deutlich verbesserten Zugang zum US-Markt. Die Zölle für Einfuhren seien zwar prozentual eher niedrig, belaufen sich laut Verbandsschätzung für den Maschinenbau aber trotzdem auf hunderte Millionen Euro im Jahr.

Hoffnung TTIP (2)

Noch wichtiger wäre den Unternehmen der Wegfall anderer Handelshemmnisse, wenn es zum Beispiel um unterschiedliche Normen für Stecker, Kabel oder Gewinde geht. Derzeit verteuere die Umrüstung und notwendige Zertifizierung in den USA die deutschen Produkte um 5 bis 20 Prozent.

Hoffnung Afrika

Der afrikanische Kontinent gilt trotz aller Probleme als wachsender Exportmarkt mit Zukunft. Vor allem Länder südlich der Sahara streben nach VDMA-Einschätzung danach, Technologie für den eigenen wirtschaftlichen Fortschritt und die Etablierung einer verarbeitenden Industrie einzukaufen. Man wolle die eigenen Bodenschätze und Agrarprodukte im Land selbst verarbeiten. Allerdings ist bei den dafür notwendigen Maschinen die Konkurrenz groß: Vor allem die Chinesen haben sich große Marktanteile gesichert, aber auch Italien und die USA lagen zuletzt vor den deutschen Anbietern.

Von

rtr

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