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06.09.2011

11:13 Uhr

Suzuki-Chef

„VW spricht nicht mit uns, und wir nicht mit VW“

Volkswagen und Suzuki, das sollte eine Allianz mit Zukunft sein. Doch zwischen den beiden Autobauern knirscht es. Und wie. Nun hat sich auch noch der Suzuki-Chef mit bitteren Worten über VW beklagt.

Suzuki-Chef Osamu Suzuki ist mit der Kooperation mit dem VW-Konzern alles andere als zufrieden. Reuters

Suzuki-Chef Osamu Suzuki ist mit der Kooperation mit dem VW-Konzern alles andere als zufrieden.

VW und Suzuki, das galt einmal als Dream-Team mit Zukunft. Doch die Liaison zwischen den beiden Autobauern, die sich auf dem Papier etwa auf dem asiatischen Markt so gut ergänzen könnten, steht unter einem schlechten Stern. Das legt zumindest ein Interview von Suzuki-Chef Osamu Suzuki nahe vor kurzer Zeit nahe. Darin heißt es etwa: "Volkswagen spricht nicht mit uns, und wir haben keine Pläne mit ihnen zu sprechen", wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Und: “Volkswagen spricht weiterhin mit den Medien, aber nicht direkt mit uns.”

Wohl ein neuer Tiefpunkt in der seit Monaten kriselnden Beziehung zwischen VW und Suzuki. So hatte Suzuki die VW-Kooperation zuletzt infrage gestellt und sich über zu große Einflussnahme der Deutschen beschwert. Nach einem Bericht der Londoner „Financial Times“ sind die Japaner erzürnt darüber, dass VW Suzuki in seiner Bilanz als Beteiligung führt und so einen großen Einfluss nahelegt. VW-Chef Martin Winterkorn hatte schon früher erklärt, dass kulturelle Unterschiede beider Konzerne eine Annäherung schwer machten. VW hatte eigens den Topmanager Hans Demant für das Projekt abgestellt. Laut einem Statement, das Demant Bloomberg gab, hält VW an der Kooperation mit Suzuki weiter fest. Die Zusammenarbeit sei von hohem Respekt gekennzeichnet.

Unabhängig davon soll VW allerdings wenig davon angetan gewesen sein, dass Suzuki beim Volkswagen-Rivalen Fiat Dieselmotoren bestellt hatte, ohne Wolfsburg zu informieren. Davor hatte Europas größter Autobauer wiederholt kritisiert, die 2009 eingegangene Partnerschaft entwickele sich nicht wie erhofft. Der akquisitionsfreudige VW-Konzern, der erklärtermaßen zum weltgrößten Autobauer aufsteigen will, hält seit Ende 2009 knapp 20 Prozent an Suzuki.

Seitdem wehrt sich Suzuki vehement gegen einen zu großen Einfluss der Deutschen aufs eigene Unternehmen. „Als die Zusammenarbeit mit Volkswagen beschlossen wurde, ist deutlich gemacht worden, dass wir nicht konsolidiert werden, sondern unabhängig bleiben möchten“ , hatte etwa der für die Beziehungen zu Wolfsburg zuständige Manager Yasuhito Harayama gesagt - und hinzugefügt, dass es andere Autohersteller gebe, die bereit seien, sich auf der Basis von gleichberechtigten Partnern mit Suzuki zusammenzutun.

Von der Zusammenarbeit mit den Japanern erhoffen sich die Wolfsburger eine Stärkung ihrer Präsenz auf dem Zukunftsmarkt Indien. Deren indische Tochter Maruti Suzuki ist führend auf dem Subkontinent. Suzuki wiederum braucht nach Meinung von Experten dringend einen Partner etwa für die Entwicklung neuer Antriebe. Wobei das Diesel-Abkommen mit Fiat zeigt, dass Suzuki vielleicht auch ohne eine exklusive Kooperation an dringend benötigte Technologien kommen könnte.

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