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24.11.2011

09:58 Uhr

Suzuki und VW

Showdown vor dem Schiedsgericht

Ende eines Traumpaars: Mit großen Hoffnungen sind Suzuki und VW eine Partnerschaft eingegangen. Erste Risse bekam sie bereits mit dem Geschäftsbericht 2010. Nun läutet Suzuki den Anfang vom Ende ein.

Ein Bild aus besseren Tagen: VW-Chef Martin Winterkorn (rechts) und Suzuki-Chef Osamu Suzuki. Reuters

Ein Bild aus besseren Tagen: VW-Chef Martin Winterkorn (rechts) und Suzuki-Chef Osamu Suzuki.

Tokio/HamburgDer japanische Autohersteller Suzuki Motor hat im Streit mit Volkswagen ein internationales Schiedsgericht angerufen. Suzuki teilte mit, das Unternehmen habe am Donnerstag bei dem internationalen Schiedsgericht der internationalen Handelskammer in London den Antrag auf ein Verfahren eingereicht.

„Volkswagen lässt uns keine Wahl“, hatte Vorstandschef Osamu Suzuki unlängst zum Schlichter gesagt. Volkswagen hatte sich da schon enttäuscht gezeigt, dass Suzuki auf Gesprächsangebote nicht reagiert habe, und bekräftigt, an der Beteiligung festzuhalten. „Wir spielen nicht mit dem Gedanken, die Beteiligung an Suzuki aufzugeben“, hatte der VW-Beauftragte Hans Demant der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

Suzuki will, dass Volkswagen seinen Anteil an dem Autobauer aufgibt, nachdem die Allianz beider Unternehmen im vergangenen Monat beendet wurde. Volkswagen will den Anteil von 19,9 Prozent an Suzuki aber behalten. Suzuki hält derzeit 1,5 Prozent an Volkswagen.

VW wies erneut alle Vorwürfe über mangelnde Kooperation zurück. „Wir sind sehr enttäuscht über diesen Schritt von Suzuki und können diesen in keinster Weise nachvollziehen“, sagte ein Sprecher. Es gebe keinerlei rechtliche Basis, die VW zwingen könnten, die Aktien zurückzugeben. Volkswagen werde daher an seinem Anteil festhalten. Dem Verfahren sehe man gelassen entgegen.

Die beiden Partner liegen seit Monaten überkreuz und geben sich gegenseitig die Schuld daran, dass ihre vor zwei Jahren mit großen Erwartungen gegründete Partnerschaft keine Früchte trägt. Suzuki will deshalb binnen eines Jahres bis zu 20 Prozent seiner Aktien zurückkaufen, die VW derzeit hält.

Kommentare (1)

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atinak

24.11.2011, 12:34 Uhr

Das trampelige und anmaßende Verhalten von VW gegenüber Suzuki beweist, wie wenig VW nach wie vor von interkultureller Kommunikation versteht und lässt die Frage aufkommen, ob VW wirklich imstande sein wird, zum Weltmarktführer zu werden. Ich glaube kaum. Jedenfalls wird sich VW noch an Suzuki die Zähne ausbeißen, denn wer erst mal sein Gesicht verloren und eine Fratze der überheblichen Arroganz gezeigt hat, wird auch in der nächsten und übernächsten Generation keinen Fuß mehr in die Tür bekommen.

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