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04.02.2015

13:25 Uhr

Syngenta

Pilzbekämpfungsmittel federt Gewinnrückgang ab

Der Preisdruck und die schwache Anbausaison in Nordamerika machen Syngenta zu schaffen. Doch der Schweizer Agrochemiekonzern steckt die Probleme offenbar besser weg als gedacht. Ein geglückter Marktstart hat geholfen.

Der Ertrag des Schweizer Agrochemiekonzerns ist weniger stark zurückgegangen als erwartet. Reuters

Syngenta überrascht Analysten

Der Ertrag des Schweizer Agrochemiekonzerns ist weniger stark zurückgegangen als erwartet.

ZürichDer Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta hat den Preisdruck und eine schwache Anbausaison in Nordamerika besser weggesteckt als befürchtet. Geholfen hat dem Unternehmen der gute Marktstart des Pilzbekämpfungsmittel Elatus in Lateinamerika. Zudem ist Syngenta in den Schwellenländern zweistellig gewachsen.

2014 sank der Gewinn insgesamt um zwei Prozent auf 1,62 Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Hersteller von Pflanzenschutzmitteln mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen deutlich stärkeren Rückgang auf 1,58 Milliarden Dollar Gewinn erwartet. Wetterkapriolen in Nordamerika und ein Rückzug aus margenschwachen Geschäften drückten auf das Ergebnis. Der Umsatz wuchs um drei Prozent auf 15,13 Milliarden Dollar, Analysten hatten mit 15,07 Milliarden Dollar gerechnet. Die Dividende will Syngenta um einen Franken auf elf Franken anheben. Die Syngenta-Aktien führten am Morgen mit einem Plus von knapp drei Prozent die Gewinnerliste des Schweizer Leitindex an.

Die Franken-Aufwertung bereitet dem Konzern keine Bauchschmerzen. Gegen die negativen Auswirkungen daraus ist der Konzern nach den Worten von Finanzchef John Ramsay in diesem Jahr abgesichert. „Die Auswirkungen werden im Jahresvergleich also nicht so groß sein“, sagte er am Mittwoch zu Reuters. Im Jahr 2016 sollten dann aus heutiger Sicht die Vorteile des niedrigen Ölpreises die Belastung durch den starken Franken überwiegen. Syngenta prüfe alle Optionen, um seine Kostenbasis in der Schweiz zu reduzieren, erklärte Ramsey weiter. Derzeit gebe es aber keine Sparpläne über das hinausgehend, was der Konzern bislang angekündigt habe.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Syngenta will rund 1800 Stellen der mehr als 28.000 Arbeitsplätze streichen oder verlagern, um das bis 2018 angepeilte Sparziel von einer Milliarde Dollar zu erreichen. Nach einem Gewinneinbruch im Jahr 2013 war Syngenta-Chef Mike Mack auf die Kostenbremse gestiegen.

Dieses Jahr rechnet die Firma mit einem Betriebsgewinn (Ebitda) nach Währungseinflüssen etwa auf dem Niveau des Vorjahres von 2,9 Milliarden Dollar. Im Jahr 2018 peilt der Konzern weiterhin 24 bis 26 Prozent Marge an. Im Vorjahr waren es 19,3 Prozent. Seinen Aktionären stellte der Konzern zudem weiter steigende Dividenden in Aussicht.

Von

rtr

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