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22.07.2016

11:29 Uhr

Syngenta

US-Probleme bremsen Agrarchemiekonzern

Der Schweizer Saatgutproduzent Syngenta steht vor der Übernahme durch ChemChina. Im ersten Halbjahr haben der starke Dollar und Probleme in den USA den Konzern aber stark gebremst.

Der Agrochemiekonzern steht vor einer Übernahme durch ChemChina. Reuters

Syngenta

Der Agrochemiekonzern steht vor einer Übernahme durch ChemChina.

Basel/FrankfurtDer starke Dollar und der langsame Start in die US-Anbausaison haben beim Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta Gewinn und Umsatz sinken lassen. Die Verkaufserlöse sanken im ersten Halbjahr um sieben Prozent auf 7,09 Milliarden Dollar, unter dem Strich stand mit 1,06 Milliarden Dollar 13 Prozent weniger Gewinn als ein Jahr zuvor, wie Syngenta am Freitag mitteilte. Die geplante Übernahme des Konzerns aus Basel durch ChemChina werde trotz des schwierigen Prüfverfahrens vor allen in den USA bis Jahresende über die Bühne gehen, sagte der neue Firmenchef Erik Fyrwald. Der chinesische Chemieriese will für Syngenta 43 Milliarden Dollar auf den Tisch legen und hat die Frist für die Annahme der Offerte schon zweimal verlängert.

Das Unternehmen führe mit allen relevanten Behörden konstruktive Gespräche, sagte der seit Juni an der Spitze des Konzerns stehende Fyrwald am Freitag zu Reuters. „Und das schließt die Vereinigten Staaten natürlich mit ein.“ Dem Zukauf müssen zahlreiche Kartellbehörden zustimmen. Als letztendlich entscheidend gilt allerdings die Haltung des US-Ausschusses CFIUS. Das Committee on Foreign Investment in the United States nimmt beim Verkauf amerikanischer Vermögenswerte vor allem sicherheitsrelevante Aspekte unter die Lupe.

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Dass die Syngenta-Aktien an der Börse mit aktuell 388 Franken deutlich weniger kosten als ChemChina offeriert, führt Finanzchef John Ramsay auch auf den undurchlässigen Prüfprozess zurück. „Ich denke, die Herausforderung für alle ist, dass CFIUS sehr streng ist, sehr vertraulich“, sagte er. „Sie machen ihren Job professionell, aber sie lassen keine Informationen durchsickern.“ Der chinesische Staatskonzern bietet den Syngenta-Aktionären 465 Dollar je Aktie an.

Das Geschäft im ersten Halbjahr litt auch unter dem schlechten Wetter – etwa den Unwettern in Europa und der Trockenheit in Asien. Syngenta konnte zwar die Preise leicht erhöhen, setzte aber weniger ab. Die Getreidepreise dürften sich kurzfristig nicht verbessern, erwartet Finanzchef Ramsay. Dennoch schätzt er die Aussichten für die zweite Jahreshälfte, die von der Anbausaison in Lateinamerika dominiert wird, deutlich besser ein. Die Wechselkurseffekte dürften weitgehend neutral ausfallen und die Wachstumsmärkte die Talsohle erreicht haben.

Von

rtr

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