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05.02.2014

18:51 Uhr

Tarifeinigung

Chemieangestellte bekommen 3,7 Prozent mehr Lohn

Der Tarifvertrag für die Chemiebranche steht. Die 550.000 Beschäftigten sollen in den kommenden 14 Monaten rund 3,7 Prozent mehr Lohn bekommen. Die Einigung könnte Signalwirkung für andere Branchen haben.

BASF-Mitarbeiter: Die deutsche Chemiebranche boomt. obs

BASF-Mitarbeiter: Die deutsche Chemiebranche boomt.

HannoverDer erste große Tarifabschluss des Jahres ist in trockenen Tüchern: Die 550.000 Beschäftigten in der Chemie-Industrie erhalten 3,7 Prozent mehr Geld. Die Laufzeit des Kompromisses beträgt insgesamt 14 Monate und beinhaltet am Anfang einen sogenannten Leermonat, also eine Wartezeit ohne eine Erhöhung. Erst danach greifen die 3,7 Prozent Einkommensverbesserung. Das teilten die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC am Mittwoch nach dem Ende ihrer bundesweiten Verhandlungen in Hannover mit.

Für Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gibt es bei der Lohnzahl ein Hintertürchen: Sie können die Tariferhöhung um bis zu zwei Monate nach hinten verschieben, „wenn die wirtschaftliche Lage dies erfordert“, wie der Arbeitgeberverband BAVC mitteilte. Die IG BCE sprach von „gravierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten“, die vorliegen müssten, damit ein Unternehmen ausscheren dürfe.

Die Chemiebranche mit rund 1900 Betrieben ist Deutschlands drittgrößter Industriezweig nach der Automobilindustrie und dem Maschinenbau. Der Abschluss beteilige die Beschäftigten angemessen am Erfolg der Unternehmen, sagte die Präsidentin des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie Margret Suckale. „Wichtig ist für uns, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, die ja vielen Belastungen ausgesetzt sind, erhalten bleibt.“ Auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer wertete den Abschluss positiv.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Suckale, die auch BASF-Personalvorstand ist, ließ erklären: „Mit dem Abschluss beteiligen wir die Beschäftigten angemessen am Erfolg unserer Branche.“ Die Erhöhung um 3,7 Prozent auf 14 Monate liegt wegen des Nullmonats und der über ein Jahr hinausreichenden Zeitspanne rechnerisch klar unter einem Plus von 3,7 Prozent für 12 Monate. Die IG BCE war ursprünglich mit der Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld für genau ein Jahr in die Verhandlungen gegangen.

IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann sprach dennoch von einem angemessenen und tragfähigen Kompromiss. „Wir haben eine spürbare Erhöhung der Entgelte erreicht. Zudem ist es gelungen, die Ausbildungs- und Übernahmeperspektiven der jungen Leute zu verbessern.“ Wie beide Seiten erklärten, werden in den Jahren 2014 bis 2016 jeweils 9200 neue Ausbildungsplätze gewährleistet. In den Vorjahren seien es jeweils 9000 gewesen.

Kommentare (1)

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wirtschaft

05.02.2014, 17:26 Uhr

Also das scheint mir ein fairer Kompromiss zugunsten der Beschäftigten zu sein.

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