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28.01.2011

22:18 Uhr

Tarifkonflikt

Fiat-Belegschaften meutern gegen Marchionne

Eigentlich konnte Fiat-Chef Sergio Marchionne schon frohen Mutes sein, den Konflikt um einen neuen Tarifvertrag bei dem Autobauer ausgestanden zu haben. Aber zu früh gefreut. Jetzt haben Fiat-Belegschaften gegen den neuen Vertrag protestiert.

Mitglieder der Gewerkschaft FIOM. dpa

Mitglieder der Gewerkschaft FIOM.

HB MAILAND. In Italien haben Fiat-Belegschaften am Freitag ihre Arbeit für mehrere Stunden niedergelegt, um gegen den neuen Tarifvertrag zu protestieren. Tausende Demonstranten gingen in Turin, Mailand und anderen Städten auf die Straße.

Die Metallgewerkschaft FIOM hatte zum Generalstreik aufgerufen, nachdem Beschäftigte des Fiat-Stammwerks Turin-Mirafiori dem neuen Vertrag vor zwei Wochen zugestimmt hatten. FIOM hatte die Neuregelungen abgelehnt und darauf hingewiesen, dass hart erkämpfte Arbeitsrechte untergraben würden. Durch kürzere Pausen und eine Kürzung des Krankengeldes werde außerdem die Sicherheit der Fließbandarbeiter gefährdet, hieß es.

Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte damit gedroht, umgehend nach alternativen Standorten zu suchen, sollte die Belegschaft ablehnen. Nun soll eine Milliarde Euro in das Werk investiert werden, um dort in einem Joint Venture mit dem US-Partner Chrysler Alfa Romeos und Jeeps zu bauen. Bis 2014 soll die Produktion auf sechs Millionen Fahrzeuge jährlich gesteigert werden.

Umsatz und Gewinn des Autokonzerns Fiat haben im vergangenen Jahr kräftig angezogen. Der Umsatz stieg um mehr als 12 Prozent auf 56,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg auf 600 Millionen Euro nach einem Verlust von mehr als 800 Millionen Euro im Jahr 2009. Gleichzeitig baute Fiat 2 Milliarden Euro Schulden ab und liegt noch bei 2,4 Milliarden Euro Nettoverbindlichkeiten. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand eine weitere kräftige Gewinn- und Umsatzsteigerung, wie Fiat am Donnerstag in Turin mitteilte.

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