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16.05.2012

09:33 Uhr

Tarifkonflikt Metall

Keine Lösung trotz 20 Stunden Gespräch

Die Tarifverhandlungen der Metaller wurden am Freitag vertagt. Beide Seiten betonten zwar, dass es Fortschritte gegeben habe. Aber es gibt viele ungeklärte Fragen, dass das wichtigste Thema gar nicht zur Sprache kam.

Verhandlungspause: Nach 20 Stunden wurden die Gespräche beendet, am Freitag geht es weiter. dpa

Verhandlungspause: Nach 20 Stunden wurden die Gespräche beendet, am Freitag geht es weiter.

SindelfingenIn der Metall- und Elektroindustrie ist die Gefahr des ersten groß angelegten Streiks seit zehn Jahren nicht gebannt. Die Tarifgespräche im möglichen Pilottarifbezirk Baden-Württemberg endeten am frühen Morgen nach rund 20 Stunden Marathonverhandlung ohne eine wegweisende Annäherung von Gewerkschaft und Arbeitgebern, wie IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann erklärte. Am Freitag sollen die Verhandlungen in Deutschlands Schlüsselbranche weitergehen - vorbehaltlich einer internen Ergebnisberatung bei der IG Metall. Hauptstreitthemen sind die Übernahme von Azubis und die Leiharbeit in der Branche.

„Es wurden Fortschritte erzielt, aber noch keine ausreichenden“, sagte Hofmann. Er sehe weiterhin die Gefahr einer Urabstimmung über einen Arbeitskampf. Südwestmetall-Vorsitzender Rainer Dulger sagte: „Ich gehe fest davon aus, dass wir uns am Freitag treffen und die Verhandlungen fortsetzen.“ In einigen wesentlichen Punkten seien Annäherungen erzielt worden - über Details hätten die beiden Seiten aber Stillschweigen vereinbart.

Hofmann sagte: „Ich bedauere es außerordentlich, dass wir nicht zum Punkt gekommen sind, dass ich Ihnen heute sagen kann: „Wir haben belastbare und für beide Seiten tragbare Ergebnisse erreicht.“

Knackpunkt bei den nächtlichen Gesprächen waren weiterhin die unbefristete Azubi-Übernahme und Regelungen für die umstrittene Leiharbeit. Zu Diskussionen über die Entgeltforderungen sei es noch gar nicht gekommen. Die IG Metall will 6,5 Prozent mehr Geld für die 3,6 Millionen Beschäftigten. Die Arbeitgeber bieten bislang drei Prozent mehr Entgelt für 14 Monate an.

Die Gewerkschaft hatte wiederholt bekräftigt, dass in der inzwischen fünften Runde die Fronten brechen müssten, um das letzte Mittel Arbeitskampf noch abzuwenden. Zuletzt hatte es Urabstimmungen und tagelange Streiks im Jahr 2002 gegeben.

Von

dpa

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