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03.05.2013

16:39 Uhr

Tarifkonflikt

Warnstreiks überrollen Metallbranche

Die IG Metall hat mit ihren Warnstreiks am Freitag Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt. Knapp 90.000 Beschäftigte legten die Arbeit nieder. Die Arbeitgeber sehen darin eine „unnötige Verschärfung“ der Tarifverhandlungen.

Die Warnstreiks in der Metallindustrie treffen auch das Mercedes-Benz-Werk von Daimler. Die IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Lohn für die Branche. dpa

Die Warnstreiks in der Metallindustrie treffen auch das Mercedes-Benz-Werk von Daimler. Die IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Lohn für die Branche.

Stuttgart/FrankfurtDie massiven Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie sind am Freitag bundesweit in die zweite Runde gegangen. Knapp 90 000 Beschäftigte in mehr als 370 Betrieben hätten sich an den Aktionen beteiligt, sagte eine Sprecherin der IG Metall in Frankfurt am Freitag.

Schwerpunkt der Aktionen war erneut der Südwesten, wo die IG Metall mehr als 41 000 Beschäftigte in mehr als 200 Firmen mobilisierte. Im Bezirk Küste in Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein legten 17 000 Beschäftigte in 70 Betrieben die Arbeit nieder.

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Die Gewerkschaft verlangt für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche 5,5 Prozent mehr Geld. Ein erstes Angebot der Arbeitgeber hatte sie abgelehnt. Die Metallverbände bieten eine Erhöhung um 2,3 Prozent bei 13 Monaten Laufzeit. Mai und Juni sollen Nullmonate sein.

Hessenmetall und Nordmetall bezeichneten die Warnstreiks als „unnötige Verschärfung“. Südwestmetall-Chef Stefan Wolf sieht keine Veranlassung, das Angebot nachzubessern. „Die IG Metall ist am Zug“, sagte Wolf den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitag). „Warnstreiks gehören zum Ritual, sind aber nicht sehr konstruktiv.“

Die IG Metall erhöht unterdessen den Druck. In der dritten Verhandlungsrunde müsse es mindestens zu einer Annäherung „in Struktur und Zahl“ kommen, sonst rechne er nicht mehr mit einer Lösung ohne Streik, sagte Jörg Hofmann, IG-Metall-Bezirksleiter im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg. „Wir haben noch 14 Tage Zeit, um zu einem Ergebnis in Tarifverhandlungen ohne Urabstimmung zu kommen.“

Wenn am Dienstag in Böblingen die Verhandlungen fortgesetzt werden, müsse eine „Einflugschneise“ geschaffen werden, durch die der Weg zu einer Lösung an einem weiteren Gesprächstermin vor Pfingsten sichtbar werde, sagte Hofmann. Ein Arbeitskampf ist vom 1. Juni an möglich.

Am Montag werden die Warnstreiks bundesweit fortgesetzt. Die nächste Verhandlungsrunde findet am Dienstag (7.5.) in Baden-Württemberg, in Bayern setzen sich die Tarifparteien am Mittwoch wieder an den Tisch.

Von

dpa

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