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20.02.2014

17:04 Uhr

Tarifrunde

IG Bau fordert sieben Prozent mehr

Die IG Bau fordert ein Plus von insgesamt sieben Prozent für Baubeschäftigte. Denn: Für die Bauwirtschaft gehe es dieses Jahr aufwärts. Arbeitgeber der Branche weisen die Forderung als zu hoch zurück.

Tarifrunde in der Baubranche: Auf der Tagesordnung steht auch die Angleichung der Verdienste im Osten an das Westniveau. dapd

Tarifrunde in der Baubranche: Auf der Tagesordnung steht auch die Angleichung der Verdienste im Osten an das Westniveau.

FrankfurtDie IG BAU fordert für die rund 760.000 Beschäftigten der Baubranche in der Tarifrunde 2014 ein deutliches Plus. Das Paket habe ein Gesamtvolumen von sieben Prozent, teilte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt am Donnerstag in Frankfurt mit. Die einzelnen Bestandteile wurden nicht aufgeschlüsselt. Neben mehr Lohn und Gehalt sollen unter anderem die Pauschalen für Fahrtkosten und Übernachtungen angehoben werden.

„Die Bauwirtschaft wächst dieses Jahr kräftig um voraussichtlich 3,5 Prozent. Die Unternehmen sind ohne Anstrengung in der Lage, ihren Mitarbeitern mehr Geld zu zahlen“, erklärte IG-BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Auf der Tagesordnung steht auch die Angleichung der Verdienste im Osten an das Westniveau. Arbeitgeber und Gewerkschaft hatten sich bereits geeinigt, dass es bis 2022 keine Lohnunterschiede mehr geben soll. Die Höhe der Angleichung in diesem Jahr muss noch verhandelt werden.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Die Baubranche kritisierte die Forderung als „unangemessen hoch“. Die Wettbewerbsverhältnisse auf dem Baumarkt seien nach wie vor schwierig. „Auskömmliche Preise sind nur schwer zu erzielen und die Ertragssituation bleibt angespannt“, erklärte Andreas Schmieg, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. Die erste Verhandlungsrunde soll am 6. März in Berlin stattfinden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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wirtschaft

20.02.2014, 17:57 Uhr

Die Gewerkschaften wissen natürlich ganz genau, dass eine Lohnerhöhung um 7 Prozent ziemlich hoch ist und sie das nicht bekommen. Das war auch mein erster Gedanke, als ich das eben gelesen habe. Allerdings eröffnet diese Einstiegsforderung einen guten Spielraum, sodass am Ende eine angemessene Lohnerhöhung stehen sollte.

Das finde ich in Ordnung.

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