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18.01.2011

21:11 Uhr

Tarifverhandlungen

VW-Beschäftigte fordern kräftige Lohnerhöhung

Volkswagen hat ein Spitzenjahr hinter sich. Jetzt fordert die Belegschaft ein dickes Stück vom Kuchen. Die Arbeitnehmervertretung geht selbstbewusst in die morgen beginnenden Tarifverhandlungen.

HB WOLFSBURG/HANNOVER. Für die rund 100 000 Volkswagen - Beschäftigten der westdeutschen Werke und der Finanzsparte beginnen am Mittwoch die Tarifverhandlungen. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach mehr Geld.

Die IG Metall verlangt eine Anhebung der Entgelte um sechs Prozent. Angesichts immer neuer Rekorde, die der Konzern im vorigen Jahr erreichte, geht die Arbeitnehmervertretung selbstbewusst in die Gespräche mit dem Management. "Die Belegschaft will, dass sich der Jubel über die guten Zahlen auch in ihrem Portemonnaie wiederfindet", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh der Nachrichtenagentur dpa.

Das Unternehmen hat sich bisher mit Reaktionen auf die Forderung der IG Metall zurückgehalten. Jetzt komme die Stunde der Wahrheit, sagte Osterloh. Der Vorstand müsse sagen, was ihm das Engagement der Belegschaft wert ist. "Leistung muss sich lohnen - und Leistung haben unsere Kollegen in den letzten Monaten durch Sonderschichten und Überstunden ohne Ende gezeigt." Es gebe daher keinen Grund, von der Forderung von sechs Prozent abzurücken. Der Abschluss müsse deutlich über dem Zuwachs des Flächentarifs in der Metallbranche liegen. Für die Beschäftigten der Volkswagen AG gilt ein Haustarifvertrag.

Die IG Metall geht von zügigen Verhandlungen aus. "Aber wir werden nicht vorschnell schnöden Kompromissen zustimmen", sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine. VW stehe hervorragend da, daran habe die Belegschaft erheblichen Anteil. "Die Beschäftigten bringen ungeheuren Einsatz und dafür wollen sie mehr Geld haben." Der Flächentarifvertrag für die Metallbranche könne schon deshalb kein Maßstab für die Verhandlungen sein, weil dieser vor gut einem Jahr noch mitten in der Krise abgeschlossen worden sei, argumentiert die Gewerkschaft. Damals waren elf Monate ohne prozentuale Erhöhung und eine Anhebung der Entgelte um 2,7 Prozent ab Frühjahr 2011 vereinbart worden.

Der größte europäische Autobauer hat ein Spitzenjahr hinter sich. Insgesamt setzte der Konzern die Rekordzahl von 7,14 Mio. Autos ab - 13,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Kernmarke Volkswagen mit Polo, Golf, Passat und Co. blickt auf ein Rekordjahr zurück und verkaufte erstmals weltweit 4,5 Mio. Autos, ein Plus von 13,9 Prozent. Und die Wolfsburger wollen bis spätestens 2018 den weltweiten Branchenprimus Toyota vom Thron verdrängen. Dennoch warnte VW-Chef Martin Winterkorn schon vor Selbstzufriedenheit. Das Geschäft sei "unberechenbar".

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