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15.05.2012

16:19 Uhr

Tarifverhandlungen

VW-Mitarbeiter demonstrieren für höhere Löhne

Im Tarifstreit bei Volkswagen haben mehrere Zehntausend Beschäftigte für mehr Lohn demonstriert. Sie fordern, mehr von den Gewinnen des Autobauers zu profitieren.

VW-Mitarbeiter bei einer spontanen Demonstration in Wolfsburg. dpa

VW-Mitarbeiter bei einer spontanen Demonstration in Wolfsburg.

HamburgIm Tarifkonflikt bei VW haben nach Gewerkschaftsangaben am Dienstag mehrere Zehntausend Mitarbeiter vorübergehend die Arbeit niedergelegt und für höhere Löhne demonstriert. Auf der mit über 20.000 Teilnehmern größten Kundgebung im Wolfsburger Stammwerk forderte Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh am Dienstag Lohnerhöhungen, die der Leistungskraft des Autobauers entsprächen.

„Wenn Sie in der nächsten Verhandlungsrunde kein anständiges Angebot vorlegen, erleben Sie bei Volkswagen eine Warnstreikwelle, die es hier noch nie gegeben hat“, rief Osterloh dem gleichzeitig im Verwaltungsgebäude tagenden Vorstand zu.

„Volkswagen verdient Milliarden. Und auch die Aussichten auf den Märkten sind bei weitem nicht so schwarz, wie Sie sie nun auf einmal in den Verhandlungen malen wollen“, sagte Osterloh an die Adresse des VW-Managements. Der Wolfsburger Konzern hatte jüngst wegen der Schuldenkrise seine Erwartungen für das Geschäft in Westeuropa heruntergeschraubt und moderate Lohnerhöhungen verlangt.

Die Gewerkschaft handelt bei Volkswagen traditionell einen Haustarif für die rund 100.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken aus. In diesem Jahr werden die Gespräche parallel mit denen in der bundesweiten Metall- und Elektroindustrie geführt. Dadurch erhofft sich die Gewerkschaft eine höhere Schlagkraft.

In beiden Tarifrunden fordert die IG Metall 6,5-prozentige Lohnaufschläge für zwölf Monate. Die Arbeitgeber in der Metallindustrie bieten für 14 Monate drei Prozent, was aufs Jahr gerechnet knapp 2,6 Prozent sind. Dies lehnt die Gewerkschaft als zu niedrig ab. In den vergangenen Wochen hatten sich bundesweit weit mehr als 100.000 Beschäftigte an spontanen Arbeitsniederlegungen beteiligt, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

Die IG Metall zählte am Dienstag in den VW-Werken in Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Emden und Kassel insgesamt 35.000 Teilnehmer an Protestaktionen. Im Pilotbezirk Baden-Württemberg, wo Daimler, Porsche und Bosch ihren Sitz haben, sollten die Verhandlungen am gleichen Tag in die vorentscheidende fünfte Runde gehen. Sollte dort keine Annäherung möglich sein, wollte die Gewerkschaft ihre Gangart verschärfen.

Von

rtr

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