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29.03.2011

20:10 Uhr

Tarifvertrag

IG Metall schlägt Arbeitgebern Flexibilitätspakt vor

ExklusivIm Streit über eine strengere Regulierung der Zeitarbeit will die IG Metall den Arbeitgebern einen neuartigen Flexibilitätspakt vorschlagen. Formal ist das Abkommen zunächst ausschließlich an die Nord-Arbeitgeber adressiert.

IG-Metall: Die Gewerkschaft will neue Regeln für die Zeitarbeit 2012 zu einem zentralen Thema machen. Quelle: dapd

IG-Metall: Die Gewerkschaft will neue Regeln für die Zeitarbeit 2012 zu einem zentralen Thema machen.

DüsseldorfDurch den Flexibilitätspakt würden in einem Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie einerseits gleiche Löhne für Zeitarbeiter und Stammbelegschaften festgeschrieben, andererseits aber Spielräume für Arbeitszeitkonten, Überstunden und befristete Arbeitsverträge erweitert. Das Konzept werde am Mittwoch in Hamburg auf einer Fachkonferenz mit dem Arbeitgeberverband Nordmetall vorgestellt, sagte IG-Metall-Tarifstratege Daniel Friedrich dem Handelsblatt.

"Auf der einen Seite muss ganz klar sein, dass Leiharbeit nicht länger als billiger Ersatz für Stammbelegschaften genutzt werden darf", erläuterte er das Modell. "Auf der anderen Seite sehen wir durchaus das Interesse der Betriebe an einer flexiblen Personalplanung." Der vorgeschlagene Pakt sei ein Ansatz, "beide Aspekte in einer ganzheitlichen Perspektive zusammenzubringen", sagte Friedrich, der die Tarifpolitik für den Gewerkschaftsbezirk Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern koordiniert. Der tarifpolitische Dialog über neue Regelungen für die Zeitarbeit ist Teil einer Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern aus der Metall-Tarifrunde 2010. 

Mit dem Vorstoß skizziert die IG Metall erstmals konkret, wie sie sich eine Regulierung der Zeitarbeit in der Metall- und Elektroindustrie vorstellen kann. Formal ist der Pakt zunächst an die Nord-Arbeitgeber adressiert. Allerdings hat IG-Metall-Chef Berthold Huber bereits angekündigt, dass er neue Regeln für die Zeitarbeit 2012 zu einem zentralen Thema der nächsten Tarifrunde für die bundesweit 3,5 Millionen Metall-Beschäftigten machen will. „Wenn es sein muss, dann werden wir dafür eine Mobilisierung nicht scheuen“, hatte er in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt (24. März 2011) angekündigt.

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