Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2007

10:12 Uhr

Tausende Beschäftigte betroffen

Airbus will Werke abstoßen

Die Sanierung des Flugzeugherstellers Airbus nimmt Gestalt an. Wie das Handelsblatt (Montagsausgabe) aus Konzernkreisen erfuhr, plant das Management um Konzernchef Louis Gallois die Auslagerung mehrerer Komponentenwerke aus dem Konzern. In Deutschland könnten davon die Werke in Nordenham und Varel betroffen sein.

Sorge bei Airbus um Werke.

Sorge bei Airbus um Werke.

MÜNCHEN/TOULOUSE. Insgesamt droht bis zu 5 000 Airbus-Beschäftigten in Deutschland die Verlagerung. Derzeit arbeiten über 19 000 Menschen vorwiegend in Norddeutschland für den Flugzeughersteller. „Es sind noch keine Entscheidungen gefallen“, sagte ein Airbus-Sprecher am Hauptsitz in Toulouse auf Anfrage. Airbus-Chef Louis Gallois will am 20. Februar sein Sanierungkonzept „Power 8“ vorstellen. Dieses sieht vor, die Kosten bei dem Flugzeughersteller ab dem Jahr 2010 um jährlich zwei Milliarden Euro zu drücken. Airbus-Vize Fabrice Bregier hatte Mitte Januar versichert, dass es im Zuge von „Power 8“ keine Werkschließungen geben werde. Es gehe vielmehr darum, Optionen für die Standorte zu entwickeln: Das Spektrum reiche von der Hereinnahme eines externen Partners bis hin zum vollständigen Verkauf.

Die IG Metall plant an den deutschen Standorten massive Protestkundgebungen für kommenden Freitag. „Wir sehen die Notwendigkeit der Sanierung“, sagt Horst Niehus, stellvertrender Betriebsratschef von Airbus-Deutschland. „Wir fürchten aber, dass größere Arbeitspakete aus Deutschland abgezogen werden könnten“, sagt der Belegschaftsvertreter. Jean-François Knepper, wie Niehus Co-Präsident des europäischen Betriebsrates von Airbus, warnt davor die Belegschaften gegeneinander auszuspielen. „Ich habe nie gesagt, dass die französischen Airbuswerke in ihrer Performance besser als die deutschen seien“, sagte der Arbeitnehmervertreter. Seine Gewerkschaft hatte ein Gutachten bei der Unternehmensberatung Statorg in Auftrag gegeben, das den französischen Werken bereits jetzt eine deutlich geringere Fertigungstiefe bescheinigt als den Deutschen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×