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15.01.2014

12:12 Uhr

Tausende Vorbestellungen

Luxus-Geländewagen soll Bentley beflügeln

Jeder vierte verkaufte Bentley könnte bald ein Geländewagen sein. Die britische Nobeltochter des VW-Konzerns hat tausende Vorbestellungen für ihren neuen Luxus-SUV. Die Konkurrenz will nachziehen.

Der neue Bentley-SUV soll ab 2016 zum Kassenschlager werden. ampnet

Der neue Bentley-SUV soll ab 2016 zum Kassenschlager werden.

DetroitDie Volkswagen-Luxustochter Bentley will mit ihrem geplanten Geländewagen neue Käufer anlocken. Das Modell solle im Wesentlichen Kunden gewinnen, „die wir heute nicht ansprechen”, sagte Vorstandschef Wolfgang Schreiber am Montag auf der Automesse in Detroit zu Reuters. So könne man auf der ganzen Welt Wohlhabende erreichen, die mehrere Autos besäßen und für ein Hobby wie Reiten oder Bootssport ein größeres, stärkeres Fahrzeug bräuchten - beispielsweise für Anhänger. Zudem möchte Schreiber mehr Frauen als Kunden gewinnen. Bentley rechne für den SUV mit einem Absatz von „mindestens 3000 Fahrzeugen” pro Jahr, der Marktstart sei für 2016 geplant. Derzeit verkauft Bentley rund 10.000 Fahrzeuge im Jahr.

„Die Anzahl der superreichen Menschen steigt”, führte der Konzernchef aus. Außerdem wachse mit neuen Produkten das Segment der Superluxuswagen: Belaufe sich der Markt derzeit auf gut 40.000 Einheiten weltweit, könne er langfristig auf 70.000 bis 80.000 zulegen. Beflügelt vom Erfolg des Geländewagens Cayenne seiner Tochter Porsche lässt sich der VW-Konzern die Entwicklung des Bentley-SUVs fast eine Milliarde Euro kosten.

Rolls Royce und Bentley: Doppelter Erfolg der britischen Luxuszwillinge

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Die britischen Nobelmarken Rolls Royce und Bentley wurden lange unter einem Dach produziert. Heute gehören sie BMW und VW. Unter deutscher Führung strahlen sie in neuem Glanz – und schreiben Rekorde.

Auch der italienische Sportwagenbauer Lamborghini, der ebenfalls zum Wolfsburger Autoimperium gehört, tüftelt an einem Geländewagen der Luxusklasse. Die Münchner BMW -Tochter Rolls-Royce denkt ihrerseits ebenfalls seit einiger Zeit über einen eigenen SUV nach; eine Entscheidung ist Firmenangaben zufolge aber noch nicht gefallen.

Schreiber berichtete, nachdem Bentley eine Designstudie gezeigt habe, seien 2000 Vorbestellungen eingegangen. Dabei kenne niemand den Preis, und es habe Kritik an dem Entwurf gegeben. Der Preis werde „da beginnen, wo andere heute aufhören”, sagte der Bentley-Chef mit Blick auf den Cayenne. Nach dem Geländewagen kann sich Schreiber vorstellen, die Modellpalette erneut zu erweitern. „Wir müssen einfach lernen.” In der Industrie und bei den Kunden veränderten sich die Ansprüche ständig. „Das wird nicht stoppen.”

Vertriebschef Kevin Rose sagte Reuters, angesichts des Trends zu Individualisierung und Sammlerstücken seien auch Fahrzeuge in besonders kleiner Auflage denkbar, deren Preise die Millionengrenze erreichen könnten. „Wir denken, es gibt Platz für ein oder zwei Modelle oder Derivate”.

Für 2014 äußerte sich der Bentley-Chef zuversichtlich: Der Absatzrekord von 2013 sei „nicht nur von einem Markt getrieben”. Im vergangenen Jahr hatte die Edelmarke weltweit 10.120 Luxuslimousinen ausgeliefert, was einem Plus von 19 Prozent entspricht. Die meisten Kunden kamen aus Amerika und China. Ob das Wachstum 2014 im selben Tempo weitergehe, werde sich zeigen, sagte Schreiber. Für eine konkrete Prognose sei es noch zu früh.

Von

rtr

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